Foto: dapd

Frau im Wald ausgesetzt - Polizisten droht Freiheitsentzug

Staatsanwaltschaft betreibt Ermittlungen "mit großer Ernsthaftigkeit"

Auerbach. Mit Freiheitsentzug von sechs Monaten als Mindeststrafe müssen die beiden Auerbacher Polizisten rechnen, denen vorgeworfen wird, im August eine junge Frau im Wald bei Auerbach ausgesetzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Beamten wegen des Verdachts der Nötigung im Amt. "Wir stehen aber noch ganz am Anfang der Ermittlungen und haben erst wenige Zeugen gehört", erklärte Antje Dietsch, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Zwickau. Noch sei keineswegs klar, ob es überhaupt zu einer Anklage gegen die Polizisten kommt.

Für die Staatsanwaltschaft sei es ein "Verfahren wie jedes andere auch" und doch etwas Besonderes, weil es um zwei Polizeibeamte geht. "Deshalb werden wir den Fall auch mit gebotener Ernsthaftigkeit verfolgen", versichert Dietsch. Ursprünglich war in der Anzeige die Rede von Aussetzung. "Das setzt voraus, dass die hilflose Lage einer Person zu einer lebensgefährlichen Situation führen würde. Nach vorläufiger Rechtsauffassung war dem nicht so."

Die beiden Polizisten vom Auerbacher Revier sollen eine 29-Jährige im August mitten in der Nacht im Wald zurückgelassen haben. Wegen einer Verletzung und alkoholisiert war die Frau zuvor ins Krankenhaus gekommen. Nach Informationen von "Freie Presse" setzte sie sich dort gegen die Behandlung derart zur Wehr, dass der Arzt die Polizei rufen musste, um sie des Hauses verweisen zu können. Statt sie nachhause zu fahren, brachten die Beamten die 29-Jährige in den Wald und zwangen sie, aus dem Polizeiauto auszusteigen. Allein gelassen, irrte sie umher und hatte Glück, dass sie an der Straße zwischen Auerbach und Beerheide von einem Autofahrer mitgenommen wurde, der sie zurück aufs Polizeirevier brachte. Dort erstattete sie Anzeige gegen die Polizisten. Der Vertraute der jungen Frau, der sich an die "Freie Presse" gewandt hatte, nennt ihren Zustand nach wie vor problematisch. "Nach einem Entzug möchte sie gern eine Langzeittherapie antreten", sagt er.

Unterdessen sind die beiden Beamten - eine Frau und ein Mann - weiter im Dienst, bestätigte der Auerbacher Revierleiter Peter Ungethüm auf Nachfrage. Ein Disziplinarverfahren drohe ihnen erst, wenn die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen sind. "Wir wollen die beiden zunächst einmal aus der Schusslinie nehmen. Für sie gilt genauso wie für jeden anderen Bürger: So lange nichts bewiesen ist, sind sie unschuldig", betont der Revierleiter.

 
erschienen am 24.09.2011 ( Von Heike Mann )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
Wetteraussichten für Auerbach
Do

20 °C
Fr

17 °C
Sa

17 °C
So

16 °C
Mo

18 °C
Ärztliche Notdienste

Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiter lesen
 
 
Freie Presse vor Ort

08209 Auerbach
Nicolaistraße 3
Telefon: 03744 8276-0


Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 9.00 - 18.00 Uhr, Sa. 9.00 - 12.00 Uhr

weiter lesen
 
Freien Presse Immobilien

Immobilienangebote für Auerbach und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Auerbach

Immobilienportal

► Mietangebote

► Kaufangebote

 

 
Unsere Partner
vms
aok
chursächsische
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 


Der Partner für Ihren Kredit - Maxxkredit