Beate Geigenmüller hat gern in dem Grünbacher Lebensmittelmarkt eingekauft. Doch ab Juli muss sie sich nach einer Alternative umschauen - der Nahkauf-Laden schließt.
Foto: Silke Keller-Thoss
Nahkauf schließt Ende Juni
Lebensmittelmarkt hatte nicht ausreichend Umsatz
Grünbach. Ab Juli wird es in Grünbach keinen Lebensmittelmarkt mehr geben. Rewe-Nahkauf schließt Ende Juni. "Die Zahl der Einwohner sinkt, und auch der Umsatz wird immer geringer", sagt Betreiber Gerd Weichert. Die Kosten hingegen stiegen. "Für die, die ein Päckchen Salz vergessen hatten, waren wir gut genug. Aber zum Großeinkauf fahren die Leute anderswo hin", musste er feststellen. Der Umsatz reiche einfach nicht aus, um den Laden rentabel zu betreiben.
1991 hatten die Weicherts in Grünbach in einer ehemaligen Konsum-Verkaufsstelle den Lebensmittelmarkt eröffnet. 1996 zogen sie in größere Räume in der Ortsmitte.
Es sei einfach schwierig, in Grünbach ein ausreichendes Sortiment anzubieten, sagt Gerd Weichert. Die Regale im ehemaligen "Kaufhaus" sollten nicht leer sein, doch die Zahl der Kunden war zu gering. "Es tut uns aufrichtig leid für unsere treuen Kunden, die uns sehr ans Herz gewachsen sind", sagt Weichert und dankt "allen, die uns die Treue gehalten haben". Vorwiegend Senioren waren froh über die Einkaufsmöglichkeit im Ort und die fast familiäre Atmosphäre.
Gemeinderat Jörg Schmalfuß (Initiative) sieht die Gemeinde in der Pflicht: "Wir können nicht in die Marktwirtschaft eingreifen, aber wir wollen begleiten, beraten und vermitteln." Es liefen bereits Gespräche, hieß es im Rat. Einzelpersonen, örtliche Gewerbetreibende und Discounter seien angefragt. Noch könne man nicht einschätzen, welche Chancen bestehen, den Markt fortzuführen. Das Problem sei die niedrige Einwohnerzahl. Vor allem für ältere Bürger werde das Fehlen des Marktes ein Problem, war sich der Rat einig. Auch bei Tourismus habe Grünbach mit der Einkaufsmöglichkeit punkten können. Immerhin gibt es im Dorf noch Bäcker und Fleischer. Doch demnächst werde der Straßenbau erneut zu Umsatzeinbußen führen.


13:23 Uhr
Holzinger: Wenn der Gemeinderat nicht in die Marktwirtschaft eingreifen kann, so wie es übrigens in der großen Politik auch ist, den in Frankfurt am Main wird bestimmt wo´s langeht, wozu braucht man dann noch Politiker? Nur um sich die eigenen Taschen vollzumachen und dem kleinen Mann die Taschen vollzuhauen? Wie wär´s wenn der Gemeinderat in Zukunft seine Bürger zum Einkaufen fährt?