Neue Landbücherei findet erste Leser
Bibliothek im ehemaligen Gemeindeamt öffnete ihre Pforten
Kottengrün. Großartige Sache. Super gemacht. Brauchen wir. Endlich nicht mehr weit fahren müssen. Komplimente wie diejenigen der zahlreichen Eröffnungsgäste hören Claudia Freitag und ihre acht Mitstreiter von der Kulturellen Interessengemeinschaft Land-Leben Werda (KIG) gerne. Haben die fast ausschließlich voll berufstätigen Frauen und Männer doch ungezählte Stunden in ihren seit dem zeitigen Frühjahr hochgepäppelten Zögling gesteckt.
Auf Raumsuche gehen und tapezieren. Möbelspanplatten mit fachlicher Hilfe zu 20 stabilen Regalen zusammenfügen, geschenkte Schrankwände aufstellen. Nebenher den von Bürgern und der Falkensteiner Bücherei ebenfalls kostenfrei überlassenen, teils neuen Lesestoff sortieren und Werk für Werk im Computer erfassen. "Es war ein hartes Stück Arbeit", ist Claudia Freitag froh, dass nun alles unter Dach und Fach ist und die Bibliothek am Montag erste neugierige Leser im ehemaligen Gemeindeamt empfangen konnte. Zur Feier des Tages gab es Kaffee und Gebäck, Bastelgelegenheiten und eine spannende Märchenstunde.
Engagement wie dieses werde "nicht immer unbedingt gesehen", zollte auch Bürgermeisterin Carmen Funke (CDU) der KIG Respekt. Die Bibliothek gestalte das kulturelle Leben noch vielfältiger und sei "eine Bereicherung für unsere Gemeinde, aber auch darüber hinaus im Verwaltungsverband Jägerswald". Funke kündigte an, das Geschaffene weiter mit Unterstützung zu honorieren. Kosten sollen dem 2010 gegründeten Verein nicht in Rechnung gestellt werden. Auch der im Erdgeschoss beheimatete Kindergarten will sich einbringen und hat grünes Licht für die Mitnutzung seiner Küche gegeben.
Dieses Entgegenkommen vereinfacht letztlich die Lesergewinnung: Sämtliche Lektüre kann unentgeltlich ausgeliehen werden. 3500 Werke stehen aktuell in den Regalen - vom Krimi über den Reiseführer bis zum Kinderbuch. "Am Samstag haben wir noch drei große Kisten mit 60 bis 70 Büchern von einer Frau aus Plauen bekommen", freut sich Freitag über neuerlichen Zuwachs. Den kann die KIG auch anderweitig dringend brauchen: Man sei immer auf der Suche nach neuen Mitstreitern.
Auch wenn die Landbücherei nun von Leseratten erstürmt werden kann, in punkto Gestaltung ist noch lange nicht Schluss. Demnächst ziehen Stühle fürs gemütliche Vor-Ort-Schmökern ein, und während der Wintermonate will sich der Verein die überholungsbedürftige Diele vornehmen. Dann soll das Konzept ausgebaut werden: Lesungen, Ausstellungen, Kinderangebote und die Weiterentwicklung zur Begegnungsstätte sind geplant. Auch einen Frei-Haus-Lieferservice auf Bestellung kann man sich gut vorstellen. "Es gibt viele ältere, weniger flexible Leute", erklärt Annekatrin Fritzsch. "Die haben so auch was davon."
Geöffnet ist die Gemeindebibliothek donnerstags von 16 bis 19 Uhr und jeden zweiten Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr.


