Marco Fietz, Inhaber der Oelsnitzer Firma Ra Lux, erklärt der Rodewischer Bürgermeisterin Kerstin Schöniger an seiner neuen Anlage im Gewerbepark Göltzschtal, wie der durch die Solarmodule gewonnene Gleichstrom zu Wechselstrom wird.
Foto: Silke Keller-Thoss
Rodewischer Solarpark speist jetzt Stromnetz mit Energie
Elektroenergie aus Sonnenlicht: Bau von Solarparks wird im Vogtland auch nach Kürzung der Förderung fortgesetzt
Rodewisch. Am Dienstag ist der neue Solarpark auf den Rodewischer Flächen des Gewerbeparkes Göltzschtal voll ans Netz gegangen. Nach Angaben von Marco Fietz handelt es sich bei der Anlage um die derzeit größte im Vogtland. Er ist Inhaber der Oelsnitzer Ra Lux AG, die den Solarpark realisiert hat.
Begonnen hatten die Arbeiten im Februar 2012. "Ziel war die technische Fertigstellung bis 30. Juni. Das ist uns gelungen, weil viele Hände in die gleiche Richtung gearbeitet haben", sagt Fietz. Dazu zählt er die Stadtverwaltung Rodewisch und die Kreisverwaltung. Probleme gab es unter anderem, weil das Gelände vom Bau der Göltzschtalumgehung betroffen ist und es in mehreren Fällen ungeklärte Rechtsverhältnisse zu den Alteigentümern gab. Derzeit finden auf dem Gelände nur noch Landschaftspflegearbeiten statt.
In das Aufstellen von 33.000 Modulen hat die Ra Lux AG rund 13Millionen Euro investiert. Zur Technik gehören unter anderem noch die Wechselrichter, die den in Modulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln.
Der Solarpark erzeugt eine Leistung von acht Megawatt im Jahr. "Die Anlage reicht aus, um etwa 3300 Haushalte mit Energie zu versorgen", sagt Marco Fietz. Die Energie wird an Ort und Stelle ins Mittelspannungsnetz eingespeist.
Kurz nach Beginn der Arbeiten auf den insgesamt 15 Hektar großen Flächen hatte es Kritik am Solarparkbau gegeben. Auf Unverständnis stieß die Tatsache, dass die Attraktivität des Gewerbegebietes für Investoren doch eigentlich mit dem Bau von Göltzschtalumgehung und Eicher Spange steigt. "Ich habe das Grundstück auf einer öffentlichen Versteigerung ersteigert. Ich war dort der einzige Bieter", erklärt Fietz. Nach seinen Worten plante auch der Vorbesitzer den Bau eines Solarparkes. Die Flächen gehörten zuerst einem westdeutschen Investor. Der musste mit seiner Firma Insolvenz anmelden. Dadurch kam es zur Zwangsversteigerung.
"Natürlich hätte es die Stadt am liebsten gesehen, wenn sich produzierende Gewerbe angesiedelt hätte", sagt die Rodewischer Bürgermeisterin Kerstin Schöniger. Sie stellt sich aber der Realität, weil es an dem ganzen Verfahren nichts zu rütteln gibt. "Bei dem größten Teil der Flächen hat es sich außerdem noch um Felder gehandelt, die noch nicht erschlossen waren", sagt die Verwaltungschefin. Die Stadt hat von der Firma eine Ausgleichszahlung in Höhe von 10.000 Euro für Eingriffe in die Natur erhalten.
Neben Rodewisch unterhält die Ra Lux AG Solaranlagen in Eich. Die 2005 gegründete Firma installierte in diesem Jahr bis jetzt über 450 Dachanlagen und Solarparks mit mehr als 50 MW Gesamtleistung.
Solaranlagen im Raum Auerbach
Solarstrom wird im Raum Auerbach seit dem Frühling vergangenen Jahres von der Photovoltaik-Freiflächenanlage im Gewerbegebiet Siebenhitz produziert. In dem 2,5 Hektar großen Solarpark wurden rund 2,5 Millionen Euro in das Aufstellen von 4200 Modulen gesteckt. Investor in Siebenhitz ist die Münchner Solaris Kraftwerke GmbH. (dien)
In der Stadt Auerbach sprachen in den vergangenen Jahren mehrfach Interessenten für Solarparks vor. So waren Flächen bei Rebesgrün dafür im Gespräch. Jetzt soll eine Photovoltaikanlage an der Klingenthaler Straße gebaut werden. Der Stadtrat hat den Bebauungsplan gebilligt. Ein Investor will auf einer Fläche von 2,2 Hektar Solarmodule aufstellen. (lh)

