Vor diesem Toilettenhäuschen an der Talsperre Pirk haben schon einige Gäste wieder kehrt gemacht. Da die Klosetts noch nicht an das Abwassernetz angeschlossen sind, muss mit Wasser aus einem Eimer gespült werden. Besonders im Sommer stinkt das so manchem Besucher. Vor diesem Toilettenhäuschen an der Talsperre Pirk haben schon einige Gäste wieder kehrt gemacht. Da die Klosetts noch nicht an das Abwassernetz angeschlossen sind, muss mit Wasser aus einem Eimer gespült werden. Besonders im Sommer stinkt das so manchem Besucher.

Foto: Harald Sulski

Klo an der Pirk schreckt Gäste ab

Akzeptanz der Besucher für Plumpsklo an der Talsperre schrumpft mit jedem Jahr

Taltitz. Wenn sich Campingplatz-Gäste an der Talsperre Pirk vor der Anmeldung die öffentlichen Toiletten neben dem Verwaltungsgebäude anschauen, dann wird es Ilona Kühner heiß und kalt. Zu oft hat die Geschäftsführerin der Naherholung Talsperre Pirk Urlauber nach dem Check abreisen sehen. Der Grund: es sind Trockenklos.

Da der Anschluss an das Abwassernetz fehlt, muss die Notdurft mit Wasser aus einem Eimer in die Grube gespült werden. Von der Tatsache können auch die modernen Becken und Fliesen nicht ablenken, die 2007 eingebaut wurden, damit die Hygieneinspektion die Klos nicht sperrt. "Besonders Kinder und Städter kommen mit der Situation nicht zurecht", berichtet Kühner. Die Akzeptanz bei Urlaubern und Badegästen schrumpft mit jedem Jahr. So mancher erkundigt sich vor der Anreise telefonisch, ob die Sache in dieser Saison anders aussieht. Da dem nicht so ist, bleiben sie weg.

Die Sanitäranlage ist neben dem Lärm der benachbarten Autobahn das größte Problem des Naherholungsgebiets, sagt Kühner. Sei das behoben, könne der Umsatz erheblich gesteigert werden. Von etwa 3000 zusätzlichen Übernachtungen geht die Chefin pro Jahr aus. Dem gegenüber stehen 400.000 Euro. So viel würde eine Sanierung der Plumpsklo-Anlage kosten. Laut der Rechnung der Geschäftsführerin müsste die Stadt Oelsnitz mithilfe der passenden Förderanträge einen Anteil von 100.000 Euro beisteuern. Denn für den öffentlichen Bereich des Naherholungsgebiets ist die Kommune zuständig, während in die Modernisierung der Sanitäranlagen auf den Campingplätzen seit 2008 bereits rund eine Million Euro geflossen sind. "Die Pirk muss bei den Stadträten wieder eine höhere Priorität bekommen", sagt Kühner. Auch auf den neuen Oberbürgermeister Mario Horn (CDU) setzt die Verantwortliche. Schließlich hatte er vor der Wahl ein offenes Ohr für die Problematik gezeigt.

Angeschaut hat sich der Rathaus-Chef die betreffenden Toiletten bislang nicht, räumte er am Freitag auf Nachfrage von "Freie Presse" ein. "Ich habe mich noch nicht tiefer mit dem Thema befasst", so Horn weiter. Finanzielle Zusagen oder Festlegungen auf einen Zeitrahmen wolle er deshalb nicht machen, jedoch zeitnah erneut Gespräche führen.

Christoph Apitz, parteiloser Stadtrat für die CDU, hatte sich als Einzelbewerber im Wahlkampf zuletzt auf das Voranbringen der Talsperre Pirk als Urlaubs- und Ausflugsziel fokussiert - und die Wahl gegen Horn verloren. Am Freitag schlug er daher zurückhaltende Töne an: "Es gibt in Oelsnitz derzeit andere Probleme, die auf einer Prioritätenliste Vorrang haben." Ilona Kühner hofft indes noch immer, dass die Bauarbeiten am Toilettenhäuschen im Herbst beginnen. Dann könnte nächste Saison alles anders sein.

Ein Campingplatz-Besucher hat im Mai 2011 eine Bewertung auf einem Internetportal hinterlassen. Ein Auszug: "Wir wollten gegen 17 Uhr den Campingplatz mal anschauen um für unseren nächsten Aufenthalt im Raum Vogtland zu planen. Wir haben [...] uns die Gegend angesehen. Eigentlich toll für einen Kurzurlaub mit unseren Kindern. Auf dem Rückweg wollte meine Frau noch kurz die Toilettenanlage am Parkplatz einsehen und ist aus allen Wolken gefallen. Ein unerträglicher, bestialischer Gestank. [...] Eine derartig übel riechende Toilettenanlage habe ich in ganz Europa, und wir sind mit unserem Wohnmobil schon weit rumgekommen, auf Campingplätzen noch nicht gerochen. [...] Eine Urlaubsplanung für diesen Campingplatz kommt leider für uns nicht mehr infrage." www.golocal.de

 
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Klo an der Pirk schreckt Gäste ab
 
 
erschienen am 25.05.2012 ( Von Nicole Jähn )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
(Anmeldung erforderlich)
  • 27.05.2012
    13:17 Uhr

    crashy9708: Es geht auch anders:

    In Berlin gibt es Toilettenhäuser von WALL, die wenigstens funktionieren.
    ... und wenn nicht, dann bekommt man sogar die 50 Cent per Post zurück, wenn man unverichteter Dinge doch noch woanders hingehen muss - sobald ein Defekt vorliegt.
    Aber vielleicht kann man vorerst auch eine Baustellen-Toilette aufstellen.
    Die Dinger sind auch hygienisch - solange deren Nutzer sich nicht wie die Vandalen darauf benehmen.

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