Hunderte Besucher verfolgten am Wochenende das 24. Internationale Schlittenhunderennen in Hammerbrücke. Besonders dicht umlagert war der Start an der Grundschule. Im Bild begibt sich Dieter Fischer aus Nassau im Erzgebirge mit seinem Gespann auf die Strecke. Hunderte Besucher verfolgten am Wochenende das 24. Internationale Schlittenhunderennen in Hammerbrücke. Besonders dicht umlagert war der Start an der Grundschule. Im Bild begibt sich Dieter Fischer aus Nassau im Erzgebirge mit seinem Gespann auf die Strecke.

Foto: Helmut Schneider

50 Starter bei Schlittenhunderennen in Hammerbrücke

Fans schreiben jedes Jahr neue Geschichten

Hammerbrücke. Wolfgang Riedl hatte am Samstag Heimvorteil. Mit der Startnummer 3 war der Hammerbrücker neben Bernd Kohl aus Reumtengrün der einzige Vogtländer, der beim 24. Internationalen Schlittenhunderennen der TSG Bau antrat. Ansonsten gab sich das traditionsreichste Schlittenhunderennen im Osten Deutschlands gewohnt überregional und sogar international, was an Auto-Kennzeichen abzulesen war. Rennleiter Claus Seidel war angesichts der 50 Starter in zehn Klassen hoch zufrieden: "Wir haben beste Bedingungen. Sogar im Wald lag genügend Schnee."

Es sind vor allem kleine Geschichten, die die Musher reizen, ins Vogtland zu kommen, und die sie letztlich von Jahr zu Jahr selbst schreiben. Nicht der Sieg steht im Vordergrund oder das Hecheln nach Punkten in einer Cup-Wertung. Es ist die familiäre Atmosphäre, die Freude daran, dem Hobby Schlittenhundesport nachgehen zu können und dabei zu wissen, dass die Organisation in Hammerbrücke stimmt.

Cindy van Zoggel aus der Nähe von Amsterdam machte diese Erfahrung erstmals. Als sie ihre Hunde für das Rennen einspannte, meinte sie: "Das ist ein kleines Rennen mit einem großen Herzen." Auch Nancy van Nistelrooij - die stolz darauf ist, über fünf Ecken mit dem berühmten Fußball-Star Ruud verwandt zu sein - war es nicht zu viel gewesen, mehr als 600 Kilometer von Holland ins Vogtland zu fahren: "Ich habe schon viel von diesem Rennen gehört. Diesmal wollte ich auch unbedingt dabei sein. Ich finde nicht nur toll, dass es hier so viel Schnee gibt. Was mir gleich aufgefallen ist: Alle Leute sind so freundlich."

Oder die Geschichte von Andreas Hirsemann aus Dresden. Für den Neunjährigen war es das erste Rennen bei den Erwachsenen. Von der Rennleitung hatte er dafür eine Sondererlaubnis bekommen. "Sie haben zu mir gesagt, dass ich ja irgendwann damit anfangen muss." Trapper Lutz Niesl aus Mülsen kommt seit 1989 nach Hammerbrücke und schlägt sein Tipi auf. Niesl: "Damit die Besucher sehen, wie Trapper und Indianer früher gelebt haben. 1993 waren wir mit einer Truppe sogar mal in Kanada. Damit wir uns das leisten konnten, haben wir alle Knöpfe zusammengekratzt."

Auch Günter Bergner (75) aus Elsterberg konnte etwas erzählen. Er wohnt erst seit 1995 dort, im einstigen Haus seiner Großeltern. Die emotionalen Verbindungen ins Vogtland waren eng, obwohl er 50 Jahre im Rheinland lebte. "Meine Zwinger in Hennef habe ich Sibirian Husky vom Vogtland genannt. Die Leute zu Hause waren total verwirrt, weil sie überhaupt nicht wussten , was das Vogtland ist und wo es liegt. Ich habe es ihnen beigebracht."

 
erschienen am 19.02.2012 ( Von Eckhard Sommer )
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