Vom Wohnhaus ist nach dem Brand nur noch eine Ruine übrig. Der Dachstuhl brannte völlig aus. 
Vom Wohnhaus ist nach dem Brand nur noch eine Ruine übrig. Der Dachstuhl brannte völlig aus.

Foto: Helmut Schneider

Brand zerstört Haus in Eichigt

Dreiseitenhof ist unbewohnbar - Hotel bot den Bewohnern Obdach

Eichigt. Am Tannenberg in Eichigt ist am Samstagvormittag das Wohnhaus eines Dreiseitenhofs abgebrannt. Es ist nun unbewohnbar und einsturzgefährdet. Kurz nach halb neun verständigte ein Nachbar die Feuerwehr. Beim Blick aus dem Fenster hatte er Rauch bemerkt. Der Dachstuhl des Hauses brannte völlig aus. Die Brandursache ist laut Polizei noch unklar. 70 Feuerwehrleute von Wehren aus der gesamten Region waren bis zum späten Nachmittag im Einsatz, um ein Übergreifen der Flammen auf eine benachbarte Scheune zu verhindern. Das gelang. Die Bewohner des Einfamilienhauses konnten zuvor unverletzt evakuiert werden. Die 95-jährige Frau und ihr 67-jähriger Sohn bezogen vorübergehend ein Zimmer im Landgasthof Süßebach.

Bürgermeister Christoph Stölzel (SPD) unterbrach am Sonntag extra seinen Urlaub in Oberwiesenthal und vermittelte schnelle Hilfe. Bernd Scheller, Chefkoch im Hotel und gemeinsam mit Kay Kutsche Geschäftsführer, sagte sofort zu. Schließlich waren die beiden Betroffenen vom Geschehen arg mitgenommen. "Wir haben ihnen Essen gekocht, ein Zimmer zum Aufwärmen gegeben und Kleidung besorgt", sagte er. Die Kosten nimmt die Pension auf eigene Kappe. Mutter und Sohn kamen noch am Nachmittag in einem Heim des OVV in Oelsnitz unter, in dem sie speziell betreut werden konnten. Auch diesen Kontakt vermittelte die Gemeinde. "Es ist sehr schlimm, sie haben ja alles verloren", sagte der stellvertretende Bürgermeister Berthold Puchta und drückte sein Mitgefühl für die Familie aus. Noch heute wollen die Opfer des Brandes zu Verwandten nach Ostsachsen fahren, wo sie vorübergehend wohnen können.

Jörg Spranger, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Eichigt, ist froh, dass niemand verletzt wurde - nicht zuletzt denkt er dabei auch an seine Mitstreiter. "Es war alles andere als ein leichter Einsatz", berichtete er. Die Temperaturen bewegten sich am Samstag wieder im zweistelligen Frostbereich. Die Kälte zehrte an den Kräften. Die Feuerwehrleute aus Eichigt, Ebmath, Oelsnitz, Adorf und Triebel kämpften nicht nur gegen das Feuer, sondern auch gegen ein Einfrieren der Schläuche.

Die Berufsfeuerwehr aus Plauen unterstützte den Löschtrupp mit Atemtechnik. Zudem musste das Dach zum Teil geöffnet werden, um an Brandherde zu gelangen. Denn das alte Haus drohte über den Köpfen der Retter einzustürzen. Noch in der Nacht entzündeten sich die Flammen. Feuerwehrleute aus Süßebach, Ebmath, Bösenbrunn und Bergen wechselten sich bis zum Morgen mit der Wache ab. Eine Schadenssumme hat die Polizei bislang noch nicht geschätzt.

 
erschienen am 12.02.2012 ( Von Nicole Jähn und Ronny Hager )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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