Am Wochenende legt Volkmar Groebe den aktuellen Arbeitsstand mit mehr als 900 Einzelteilen in der Vogtlandsporthalle aus. Am Wochenende legt Volkmar Groebe den aktuellen Arbeitsstand mit mehr als 900 Einzelteilen in der Vogtlandsporthalle aus.

Foto: Harald Sulski

Oelsnitzer bastelt an Riesenbild

An Deutschlands größtem begehbaren Gemälde arbeitet Volkmar Groebe seit drei Jahren

Oelsnitz. Ein riesiges Bild zum Drüberlaufen soll eine Attraktion für Oelsnitz werden. So will es Volkmar Groebe, früher Gestalter bei Halbmond-Teppiche. Seit 2009 bastelt der 65-Jährige an dem riesigen Fantasie-Gemälde, welches 20 mal 30 Meter groß werden soll. Dies wären 1200 Einzelbilder im Format A2. Den aktuellen Arbeitsstand mit 910 Bildern können Besucher am Samstag von 9 bis 17 Uhr in der Vogtlandsporthalle Oelsnitz sehen.

Touristen in die Stadt locken

Groebe ist überzeugt, dass sein Riesenbild das Potenzial hat, Touristen nach Oelsnitz zu locken. "Wollen Sie sich mal wieder richtig wundern, mal staunen, richtig überrascht sein? Dann kommen sie in die Vogtlandsporthalle", wirbt der gebürtige Zerbster, der in Schneeberg Gestaltung studierte und 1980 bis 1991 Designer von Teppichmustern war. Das Malen des großen Potpourris der Farben, Formen und Strukturen, in dem jeder Betrachter immer wieder Neues entdecken kann, hilft dem Rentner im schwierigen Alltag. Mit der Bilderserie begann Groebe im März 2009. Als er 20, 30 Bilder geschaffen hatte, schoss ihm die Idee von dem Riesenbild durch den Kopf. "Für die Stadt wäre es eine Attraktion und für mich eine Anerkennung", sagt er. Die Idee lässt ihn seit drei Jahren nicht mehr los. Es schwebt ihm vor, sein Werk auf eine Grundplatte in ein Kiesbett im Erdboden einzulassen, darüber begehbares Sicherheitsglas, wie es auch in Oelsnitz hergestellt wird. "Die ersten Bilder waren noch fantasievoll. Der Kopf war voll, nun wird er immer leerer. Es ist schwer, sich nicht zu wiederholen", erklärt er.

Werke erzählen Geschichten

Die ersten Werke auf Zeichenkarton erzählen Geschichten, inzwischen regieren abstrakte Motive. "Sie müssen sich Details rauspicken", empfiehlt er dem Betrachter. Alle Bilder hat er mit Entstehungstag und dem Schriftzug V. Maria Groebe signiert. Maria hieß seine verstorbenen Mutter. Interessierte Kunstfreunde sollten schon ab 9 Uhr anwesend sein. Sie können beobachten, wie das Riesenbild Gestalt annimmt. Das Auslegen dauert zwei Stunden. Groebe hat ab 2009 täglich ein Bild gemalt, seit März 2011 täglich zwei. Damit ergibt sich eine Größe von 12 mal 15 Metern. Die Hallenmiete am Ausstellungstag bezahlt eine Oelsnitzer Apothekerin. Im ausgelegten Heft sollen Besucher Kommentare hinterlassen, wünscht sich Groebe. Ein Platz für das Bild in Oelsnitz ist noch nicht gefunden. Der Markt, der Rathaus-Innenhof und das Freizeitareal in der Elsteraue scheiden aus verschiedenen Gründen aus.

 
erschienen am 03.01.2012 ( Von Ronny Hager )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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