Schloss Voigtsberg gehört jetzt zur Premiumklasse.
Foto: Helmut Schneider/ Archiv
Schloss Voigtsberg steigt in erste Liga Sachsens auf
Oelsnitzer Schloss ist seit diesem Jahr im Schlösserland Sachsen gelistet
Oelsnitz. Willkommen im Club der Prachtbauten aus Mittelalter, Renaissance und Barock: Seit Anfang 2012 ist Schloss Voigtsberg Mitglied im Schlösserland Sachsen. "Das ist die Premiumklasse des Freistaates", sagt Daniel Petri. Seit einem Jahr ist er Chef der Oelsnitzer Stadtmarketing und Tourismus GmbH. Mittwochabend legte er dem Stadtrat seinen Jahresbericht vor.
Schloss Voigtsberg ist damit seit dem 1. Januar die einzige Anlage im Vogtland, gar in ganz Westsachsen, die nun in einem Atemzug mit Objekten wie Schloss Augustusburg, Pillnitz oder Moritzburg genannt wird. Nur 26 Schlösser gehören zum ausgewählten Kreis - von der Albrechtsburg Meißen bis zum Wasserschloss Klaffenbach.
Um diesen Status zu erhalten, brauchten die Oelsnitzer einen langen Atem. "Es ist nicht einfach, da rein zu kommen", sagt Petri auf Nachfrage von "Freie Presse". Er schob die Aufnahme an. Die Auflagen sind hoch: Ein Katalog mit 40 Kriterien muss abgearbeitet werden, neben Fragen nach den Ausstellungen auch Punkte wie Erreichbarkeit oder angeschlossene Gastronomie. Fehlt etwas, erwarten die Verantwortlichen des Staatsbetriebs Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsens in Dresden Nachbesserung.
Beispielsweise bei einem Hinweisschild an der Autobahn oder Fremdsprachen. Denn Infomaterial und Führungen sollten nicht nur in Deutsch, sondern auch auf Englisch und Tschechisch angeboten werden. "Ebenso steckt die Museumspädagogik bei uns noch in den Kinderschuhen", räumt Petri ein.
Von der Mitgliedschaft im Schlösserland verspricht sich der Tourismus-Verantwortliche vor allem einen Werbeeffekt. Karten und Broschüren, die auf die sächsischen Sehenswürdigkeiten Lust machen sollen, beinhalten nun schließlich auch Voigtsberg - verweisen auf das vor einem halben Jahr eingerichtete Mineraliengewölbe und das Teppichmuseum. Mit Jahreskarten oder Zehn-Tages-Tickets können Interessierte alle gelisteten Vorzeige-Anlagen abklappern. Die ersten Besucher zog die Strategie im Januar schon in die Sperkenstadt. So schnell hätte selbst der Stadtmarketing-Chef nicht mit Ergebnissen gerechnet. "Jetzt aber schon Prognosen für Gästezahlen abzugeben, wäre doch vermessen", meint er. Knapp 3600 Besucher schauten sich voriges Jahr die Kernburg an. Rund 1500 Euro kostet der Jahresbeitrag für den Club der Schlösser-Elite. Ob der sich rechnet, wird sich wohl erst nach ein paar Jahren bewerten lassen.
Mario Horn (CDU), der amtierende Oberbürgermeister der Stadt, bezeichnet 2011 jedenfalls als durchaus gelungenes Jahr für den Betrieb. Petri habe als Geschäftsführer frischen Wind und Herzblut eingebracht. Die Oelsnitzer Stadträte hatten sich gewünscht, dass er als Verantwortlicher für das Stadtmarketing vor dem Gremium eine Zusammenfassung über das vergangene Jahr liefert: Zahlen, Erreichtes, Nachholbedarf. Nach der Präsentation am Mittwochabend zeigten die Räte dann jedoch wenig Regung. Nachfragen hatte keiner von ihnen.