Tosca Schobelt (rechts) erklärte am Samstag in der Klingenthaler Schule Benjamin Weiland und Niklas Stubbe aus Voigtei/Niedersachsen in groben Zügen den Bau einer Gitarre. 
Tosca Schobelt (rechts) erklärte am Samstag in der Klingenthaler Schule Benjamin Weiland und Niklas Stubbe aus Voigtei/Niedersachsen in groben Zügen den Bau einer Gitarre.

Foto: Eckhard Sommer

Vom Gitarrenbau beeindruckt

Andrang herrschte am Samstag in der Berufs- und Berufsfachschule Vogtländischer Musikinstrumentenbau Klingenthal

Klingenthal. Mit einer tollen Nachricht überraschte bei einer Zusammenkunft am Freitagabend - vor dem eigentlichen Tag der offenen Tür am Samstag - Tasso Börner, Leiter der Berufs- und Berufsfachschule Vogtländischer Musikinstrumentenbau in Klingenthal, Eltern und Jugendliche. Seit dem 12. November steht fest und es ist in diesem Jahr erstmals überhaupt gelungen, in allen drei Ausbildungsrichtungen die Bundessieger zu stellen: Sara Schuster wurde Beste im Geigenbau, Philipp Hilmer bester Lehrling im Zupfinstrumentenbau und Mario Wenzel im Handzuginstrumentenbau. Börner: "Das spricht für die Qualität der Ausbildung in unserer Einrichtung." Zurzeit werden im Berufsschulzentrum insgesamt 100 Lehrlinge ausgebildet. Einer von ihnen kommt aus Japan und einer aus Österreich. Der Anteil der Mädchen beträgt 30 Prozent.

Eine, die die Quote ab dem kommenden Jahr noch heben möchte, war am Samstag Finja Tillmann aus Gelsenkirchen. Angereist mit ihrer Mutter Sylvia, wollte sie sich vor Ort informieren: Wie sieht die Ausbildung in der Praxis aus? Welche Anforderungen werden an eine Geigenbauerin gestellt? Wie ist die Gegend? "So eine Landschaft kannte ich bisher nicht", schwärmte Finja Tillmann. "Wir wohnen in der Jugendherberge auf dem Aschberg und der Ausblick ist einfach herrlich." Davon einmal abgesehen, fanden sie und ihre Mutter in Konrad Schwabe aus dem dritten Lehrjahr einen guten Gesprächspartner. Er lobte nicht nur die Ausbildung und das Klima an der Schule, sondern gab ihr auch jede Menge Tipps für die Eignungsprüfung, die Ende April stattfinden: "Du musst handwerklich gut sein, das ist wichtig. Aber es kommt auch auf die Theorie und das Musikalische an." Finjas Fazit: "Ich werde mich im Februar bewerben und will unbedingt hier anfangen."

Das hat sich auch Julian Illing aus Syrau vorgenommen: "Ich spiele selbst Gitarre und will auch welche bauen." Während er im Vogtland wohnt, kommt Benjamin Weiland aus Voigtei in Niedersachsen. Als er durch den Raum ging, in dem die Lehrlinge des zweiten und dritten Ausbildungsjahres die Entstehung einer Gitarre vom Holz bis zum fertigen Instrument aufgebaut hatten, zeigte er sich sehr beeindruckt: "Obwohl ich mich vorher informiert hatte, habe ich mir das nicht so vorgestellt." Und Tosca Schobelt aus dem ersten Lehrjahr konnte sich in ihn hineinversetzen, denn auch für sie war so ein Tag der offenen Tür das Tor ins Berufsleben als Gitarrenbauerin. Dass das gar nicht so einfach ist, wusste Jonas Czarnikow, angehender Geigenbauer im ersten Lehrjahr aus Dresden, zu erzählen: "Bei der Eignungsprüfung wird viel verlangt. Damals hatten sich 19 beworben und nur sechs wurden dann für den Geigenbau angenommen."

 
erschienen am 20.11.2011 ( Von Eckhard Sommer )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern