Was für ein Ausblick: Von Schloss Voigtsberg aus bietet sich ein Blick über ganz Oelsnitz (oben). Idyllisch wirkt indes das Panoramabild von der Talsperre Pirk (unten).
Foto: Andreas Goldhahn
Fotograf hat Vogtland-Panorama im Fokus
Andreas Goldhahn fängt in seiner Freizeit die Weite des Vogtlands in Panorama-Aufnahmen ein
Oelsnitz/Plauen. Er will das Vogtland zeigen. In seiner Gänze und Schönheit. Andreas Goldhahn aus Plauen gestaltet dafür auf seiner Internetseite seit 2001 eine stetig wachsende interaktive Landkarte: Panorama-Aufnahmen und Webcams bieten Einblicke in fast alle Winkel des Vogtlandes.
Mit einem Mausklick kann der Besucher ein ausgewähltes Bild bis um 360 Grad drehen - so als stünde er selbst gerade am Gondelteich in Bad Elster oder auf dem Falkensteiner Schlossfelsen. Eine Karte gibt den Ort der Aufnahme an. Der Hobby-Fotograf geht genau vor. Etwa zwölf Bilder muss er aufnehmen, bis sich eine Rundumsicht zusammenfügt. Damit nichts verwackelt, arbeitet er mit Stativ. "Mit Digitaltechnik eröffnen sich neue Möglichkeiten. Panorama-Aufnahmen gelingen leichter und in besserer Qualität", sagt der 32-Jährige. "So fing ich an zu experimentieren."
Das Experiment hat sich innerhalb von zehn Jahren zu einem umfassenden Ortsverzeichnis ausgewachsen - von Altensalz bis Werda. Doch Goldhahn reicht das nicht aus. Fotos zeigen nur die halbe Wahrheit, sind nur Moment-Aufnahmen, sagt er. Deshalb trägt er zusätzlich zu seiner eigenen Foto-Arbeit Internetkameras zusammen, die ständig aktuelle Bilder liefern. Gerade jetzt sind die Kameras gefragt, die auf die Skihänge und Pisten der Region gerichtet sind.
Viele Wintersportler nutzen die Seite von Andreas Goldhahn für einen Überblick. Etwa 400 Besucher zählt er am Tag. Kein übler Schnitt für eine private Seite. "Im Winter sind es etwas mehr, im Sommer weniger", sagt Goldhahn. Mehr als 30 Webcams aus allen Ecken des Vogtlandes hat er inzwischen beisammen, weitere zeigen den böhmischen und bayrischen Teil oder einen Blick ins Thüringische. Jeden Monat kommen neue Kameras hinzu. "Die Leute fragen an, ob ich ihre Webcam nicht mit in die Sammlung nehmen möchte", berichtet Goldhahn. Da sagt er nicht nein. Vom Blick auf den Aschberg, über den Plauener Altmarkt, die Bushaltestelle am Rathaus in Rodewisch bis zu einem Schwenk auf ein Feld in Schönbach bei Neumark scheint alles dabei - vom Postkartenmotiv bis zur skurrilen Bildauswahl. Manche Kameras sind auf die schönsten Ecken der Gegend gerichtet. Andere geben Einblicke in Tristesse und Routine der Provinz. Aber stets sind die Bilder interessant. "Das Vogtland bietet immer wieder spannende Ansichten", meint der Sammler.
Andreas Goldhahn hat sich auf Landschaftsfotografie spezialisiert. Schon als Jugendlicher begann er mit dem Hobby. Die Natur bietet ihm heute einen Ausgleich zur Arbeit. Er ist als Mechaniker beschäftigt, im Plauener Plamag-Werk des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland. Auch Goldhahn sorgt sich um seinen Arbeitsplatz. Spaziergänge in der Natur lenken eine Weile ab.
Selbst im Winter ist Andreas Goldhahn viel draußen unterwegs, wandert gern. Seine Kamera hat er fast immer dabei. Eine besondere Lieblingsecke hat er im Vogtland nicht. Er ist überall einmal anzutreffen. Und so lange er interessante Motive in der Region findet, wird er weitermachen. Wenn nicht: "Nach ein paar Jahren ist es auch spannend, ein Foto an genau gleicher Stelle noch einmal aufzunehmen". Denn alles ist im Wandel, alles ist im Fluss.
Mehr unter www.vogtland360.de


