Für viele Oberländer wird's ab Montag ein halbes Jahr ganz eng
B 92 ist für Monate zwischen Rebersreuth und Adorf Baustelle
Adorf/Freiberg. Jetzt kommt der größtes Straßenbau dieses Jahr im oberen Vogtland doch: Nach monatelanger Zitterpartie wegen fehlendes Geldes wird ab Montag der Knoten Freiberg an der B 92 ausgebaut. Autofahrer, die von Oelsnitz nach Adorf, Bad Elster oder Markneukirchen unterwegs sind, müssen deshalb mehr Zeit und Geduld mitbringen: Die Bundesstraße ist ein halbes Jahr an der Baustelle halbseitig gesperrt, der Verkehr wird per Ampel geregelt. Ganz dicht bleibt bis Spätherbst die Einfahrt nach Freiberg.
Allen Behinderungen zum Trotz: "Das ist erfreulich", sagt der Adorfer Stadtbaumeister Walter Voigt zu der Nachricht über den sehr kurzfristigen Baubeginn. Denn nach seiner Einschätzung wird damit auch eine Gefahrenstelle entschärft: Zwar sind Unfälle an der Einmündung nicht bekannt geworden, aber viele Fahrzeuge erreichen die Kreuzung aus Richtung Adorf durch das Gefälle des Hausberges mit viel "Dampf". Im Zuge des Kreuzungs-Baus entsteht nun eine Linksabbieger-Spur, der neue Knotenpunkt soll aus Richtung Freiberg viel besser einsehbar sein. Zugleich wird mit dem Straßenbau ein Provisorium beseitigt: Zwar ist die Umgehung des Adorfer Ortsteils Freiberg (1,9 Kilometer, 5 Millionen Euro) schon seit Dezember 2010 fertig. Aber die aus dem Elstertal heraus dreispurig gebaute Trasse endet bisher 300 Meter vor der B 92 im Wald in einem engen Flaschenhals. Grund: Der Kreuzungs-Bau vor zwei Jahren im Zuge der Umgehung scheiterte am Geld.
Auch jetzt stand das Vorhaben wieder auf der Kippe. Es wird nur durch die Erweiterung des grenzüberschreitenden Projekts Ausbau der Straße Adorf-Asch/Aš möglich. Weil andere Teilstücke billiger wurden, kann auf deutscher Seite der Staatsstraßen-Anteil vom bisherigen Ende der Umgehung bis zur B 92 finanziert werden. Auch der tschechische Partner profitiert: Er kann ein wegen seines schlechten Zustandes sehr gefährliches Straßenstück zwischen Asch/Aš und Roßbach/ Hranice ausbauen. Die auf der B 92 anfallenden Arbeiten werden aus dem Bundeshaushalt bezahlt. An dieser Zusage hakte es lange Zeit.
Den Löwenanteil der Kosten - eine Summe nannte die Plauener Niederlassung des Landesamtes für Straßenwesen am Donnerstag nicht - trägt mit 85 Prozent die Europäische Union. Auf deutscher Seite zahlt der Freistaat Sachsen den Rest, bei den Tschechen der Staat und der Bezirk Karlsbad. Einen Kreisverkehr oder eine ständige Ampel wird es am Abzweig Freiberg nicht geben, betont Voigt. Die Ampel stehe nur während der Bauzeit.

