Die Blicke der Besucher richteten sich am Samstagabend in der Vogtland-Arena nach oben. Bei den 5. Pyro Masters gab es erneut ein farbenprächtiges Lichtspektakel am Abendhimmel.
Foto: Eckhard Sommer
Veranstalter ist sauer: Letzte Feuerwerks-Show in Klingenthal
Rund 700 Besucher erlebten in der Vogtland-Arena bei den 5. Pyro Masters ein farbenprächtiges Lichtspektakel
Klingenthal. Thomas Schirmer war die Vorfreude am Samstagabend ins Gesicht geschrieben: "Feuerwerk zieht mich magisch an. Und dann auch noch in dieser herrlichen Kulisse!" So wie der Oelsnitzer fühlten sich auch die anderen rund 700 Besucher, die sich die 5. Pyro Masters in der Vogtland-Arena nicht entgehen lassen wollten. Darin waren gar nicht die vielen Dutzend eingerechnet, die sich das ohne Zweifel üppige Eintrittsgeld sparten und einen Wiesenplatz außerhalb der Arena-Begrenzung suchten. Zwar war auch von dort das Dreifach-Feuerwerk bestens zu sehen - aber dabei sein ist eben nicht das Gleiche wie mittendrin zu sein.
Dass die Pyro Masters bereits zum fünften Mal in Klingenthal stattfand, hatte seinen guten Grund. Veranstalter Thomas Martin: "Das ist für uns immer eine ideale Location gewesen - ungewöhnlich und sehr reizvoll. Und die mehreren tausend Besucher in den Vorjahren haben ja auch bewiesen, wie gut das angenommen wurde." So wie er sagte und es den Besuchern vor Beginn der Veranstaltung mitteilte, erlebte Klingenthal die Pyro Masters allerdings zum letzten Mal.
In ziemlich derben Worten und reichlich verstimmt deutete Martin Schwierigkeiten im Vorfeld an, die diesmal - im Gegensatz zu sonst - dem Veranstalter seitens der Stadtverwaltung Klingenthal gemacht wurden: übermäßige Kosten, etliche Genehmigungen, kleinliches Denken. Martin: "Bis zum Morgen war es noch in der Schwebe, ob die Veranstaltung überhaupt stattfindet. Das müssen wir uns so wirklich nicht gefallen lassen. Wir haben zum Beispiel mit Berlin oder Dortmund ganz andere Orte, wo wir auftreten. Schade finden wir es trotzdem - vor allem für die Besucher."
Waren die Vorzeichen auch alles andere als rosig, so wurden die Pyro Masters dennoch zu einem Fest für die Sinne. Nachdem die Besucher das Aus der Veranstaltung hinnehmen mussten, freuten sie sich auf das letzte Feuerwerk in der Arena an der Falkensteiner Straße. Gitarrist Vicente Patiz aus Johanngeorgenstadt stimmte unter anderem mit seinem Lied "Luna" die Besucher musikalisch auf das Ereignis ein, und als dann endlich, kurz nach viertel Elf und in der zweitkürzesten Nacht des Jahres die Sonne hinter den Bäumen abgetaucht war, begann das Spektakel. Statt wie gewohnt in einen Wettbewerb zu treten und durch das Beifallometer der Zuschauer den Sieger küren zu lassen, boten die Feuerwerkteams Sky Emotion aus Hamburg, K & M Fireworks aus Erfurt und Pyro Maniacs aus Werdau ein Best of der vergangenen fünf Jahre, als sie in Klingenthal auch schon zu erleben waren.
Wahrlich ein imposanter Anblick, wenn nach der Musik von Adele oder der Sportfreunde Stiller Fontänen und Spiralen in den Himmel aufstiegen, hoch droben kurz Atem holten - wie es schien - und sich dann zu einem vielfarbigen Meer an Sternen und Sternchen ergossen. Zeitweise war es taghell in der Vogtland-Arena. Derweil hatten viele der Besucher eine bequeme Rückenlage eingenommen, sich in Decken gehüllt und zückten ihre Fotoapparate oder Handys. Wenn es nach ihnen gegangen wäre, hätte das vorfristige Silvester-Spektakel ruhig länger dauern können als nur 20 Minuten.

