16 Kaninchen wurden beim Beutezug der Hunde durch Markneukirchen, Erlbach und Eubabrunn getötet.
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Vogtland: Wut und Ohnmacht nach Hatz auf Kaninchen
Hunde hinterlassen Blutspur - Geschädigte froh, dass keine Kinder verletzt wurden
Erlbach. Die Schreie gehen durch Mark und Bein. Wolfgang Himmer steht im Badezimmer, als er seine Kaninchen Samstagmorgen im Garten in Todesangst hört. Der Erlbacher kennt den Laut, den die meisten wie den Gesang von Sirenen ins Reich der Mythen verorten. Himmer hört ihn eigentlich auch nur einmal im Jahr: wenn aus seinen Karnickeln Weihnachtsbraten werden. Doch dafür ist es im August zu früh.
Zwei herrenlose Hunde haben 16 Kaninchen und ein Meerschwein gerissen. Ihr Beutezug führte sie durch Markneukirchen, Erlbach und Eubabrunn. Wolfgang Himmer hat Glück gehabt. Die Wilderer ließen von seinem Stall ab, rannten weiter zum nächsten. Nur die untere Leiste des Hasenstalls hatten sie abgescharrt. Die beiden Langohren kamen mit einem Schrecken davon. "Als ich in den Garten kam, hatten die Nachbarn die Hunde schon verjagt", berichtet der Besitzer. "Es wäre sehr schade gewesen, hätten sie meine Kaninchen erwischt."
Andere Erlbacher hatten weniger Glück. Als Gabriele Neudel morgens zum Füttern an den Hasenstall ging, versetzte ihr der Anblick einen regelrechten Schock. Vier ihrer Kaninchen lagen leblos neben dem Stall, ein weiteres tot auf dem Weg. Die Türen des Verschlags waren heruntergerissen. Von den nächtlichen Ereignissen hatten sie und ihr Mann nichts bemerkt. Ihr eigener Hund ist nachts drinnen. "Vielleicht besser so. Am Ende hätten sie ihn auch noch zerfetzt", überlegt sie und fügt hinzu: "Ich bin nur froh, dass keine Kinder angegriffen wurden. Über die Hasen kommen wir hinweg." Hoffnung, dass der Hundebesitzer gefunden und der Schaden ersetzt wird, hat sie nicht. "All die Arbeit kann ohnehin niemand aufwiegen", sagt Gabriele Neudel. Ein Trost: Einer der Hoppler überlebte. Er hatte sich zu den Nachbarn verkrochen.
Klaus Herold, Bürgermeister für die CDU im Luftkurort und selbst Hundebesitzer, hat die Ereignisse vom Samstag auch am Montag noch nicht verdaut. Die Sache habe ihn mitgenommen, sagt er. Denn der Ortschef war es, der nach Telefonaten mit Tierärzten und Polizei am Ende einen Jäger gerufen und den Befehl zum Abschuss gegeben hatte. Der Spielplatz liegt vom letzten Tatort nicht weit entfernt. "Die Hunde sahen furchterregend aus. Ich hätte mich auch nicht zu ihnen getraut", sagt Herold. Einen der Vierbeiner beschreibt der Rathauschef als Kampfhund-Rasse, den anderen als großen Mischling. Ungepflegt hätten beide ausgesehen. Zuletzt ruhten sie erschöpft in einem Garten in Eubabrunn. Noch weit unschöner sei der Anblick der zerbissenen Kaninchen gewesen. Nachdem die Hunde an den Ställen auf dem Gelände des Freilichtmuseums scheiterten, fielen sie über Tiere in einem benachbarten Grundstück her. Dort erlegten sie sieben Kaninchen und ein Meerschweinchen. Sie gehörten Kindern. "Es war furchtbar", sagt der Bürgermeister. "Es waren doch ihre Schmusetiere." Die Kinder planen jetzt ein Begräbnis. Die erschossenen Hunde holt der Beseitigungsdienst für Tierkadaver ab.
Die Polizei hat den Fall zu den Akten gelegt. Nach dem Besitzer der Hunde fahnden die Beamten nicht. Dazu besteht weder Interesse noch Verpflichtung, sagte Alexander Koj aus dem Lagezentrum der Polizei in Zwickau. Es ist keine strafbare Handlung, wenn ein Tier ein anderes reißt. Um den Fall überhaupt aufnehmen zu können, mussten die Beamten ihn unter "sonstiger Vorgang" abspeichern.


20:27 Uhr
Deluxe: @vomdorf:
Im Gegensatz zu Ihnen bin ich in meinem Beitrag sachlich geblieben - das aber nur am Rande.
Und nein - ich habe nicht mal ansatzweise Lust, MEIN Verhalten stets und ständig an Hunde anpassen zu müssen. Mir ist es Wurst, ob ein Hund Angst riecht - ich will weder in zivilisierten Gebieten noch im Wald Angst haben müssen und ich will mich frei bewegen ohne mir irgendwelche Hunde-spezifischen Verhaltensweisen anzutrainieren. Aber allein daran, daß so etwas ganz selbstverständlich von den Nicht-Hundebesitzern verlangt wird, zeigt doch wie krank die Gesellschaft mittlerweile schon ist.
Und ganz nebenbei: Kinder können das auch nicht, wenn der heranrasende Hund einen Kopf größer ist als sie. Die schreien vor Angst und Panik, was die Situation nur noch schlimmer macht. Und wenn man obendrein sieht, wie manche Halter von ihren Hunden durch die Gegend Gassi gezerrt werden, weiß man auch, wer bei viel zu vielen dieser Pärchen aus Zwei- und Vierbeinern die Hosen anhat.
Für die Großstädte ließe sich das Problem einfach lösen: strengere Kontrollen und massiv erhöhte Hundesteuern. Schwarzhalter müssen sicher sein, erwischt zu werden - die Steuersätze könnte man vervielfachen.
Und ja, auch mir ist klar daß dies im ländlichen Bereich weder nötig noch sinnvoll ist, denn dort gelten andere Regeln. Dort ist auch mehr Platz. Und wer seinen Hund wirklich liebt, der wird ihn entsprechend erziehen.
18:22 Uhr
RabenschwarzesICH: @Johade: und wie ist das mit dem demolierten Stall ? Auch der Kostet.
Geht man einmal davon aus wie "Tretminen" geahndet werden, da fragt auch niemand wie alt oder neu meine Schuhe waren.. Neee so geht das nun wirklich nicht. Davon mal abgesehen, war wäre, wenn die Hunde nen kleines Kind im Garten angefallen hätten ? Hmmm ? Von den Hunden ging definitiv eine Gefahr aus. Und dafür sollte man dem Halter schon mal in den Hintern treten.... Wenn mein Sohn sich mein Auto samt Schlüssel ungefragt borgt und fähert einen Zaun samt Karnikelstall um, der Stössel reist aussversehen ein Häschen entzwei bin ich auch dran ....
Ach ja die Tretminen müssen geahnet werden --- die Hunde haben auf ihrem Streifzug ganz sicher irgendwo hingesch.....
18:17 Uhr
Flashback2012: @28.08.2012 16:25 Uhr...besser kann man es nicht schreiben..!!!
Hunde werden als Seelenkrücken, Potenzmittel, Waffen und Pseudo-Kameraden behandelt...richtig!! und es wird wirklich immer schlimmer...vorallem sozialschwache benutzen die tiere als status und szenerassen um menschen einzuschüchtern und ihr aggressives erscheinungsbild "abzusichern" das system leidet übelst an moralverfall und respekt!!
18:04 Uhr
vomdorf: @ deluxe
dass es menschen gibt, die ihre tiere nicht artgerecht halten ist klar...leider.
nur schere bitte nicht alle über einen kamm. ich hatte zeitlebens immer einen hund und kann mir mein leben ohne meine *fellschnauze* nicht vorstellen.
er hat seinen platz im rudel, er weiß und akzeptiert das. nur jemand, der nie einen hund besessen hat kann so bösartig über diese tiere schreiben. vielleicht hätte die sorge, pflege und das erziehen eines tieres mehr sozialkompetenzen bei dir ausgebildet. was glaubst du, wehalb viele lieber einen hund um sich haben wollen als so einen negativ und pessemistisch wirkenden menschen, wie dich? weil der hund einfach ein lieber begleiter ist, weder kind- noch partnerersatz.....mir aber dennoch tausendmal lieber als manche menschen.
dass die wildernden hunde die karnickel gerissen haben tut mir auch leid. dass es menschen gibt, die ihre hunde so verwildern lassen ist eine große sauerei.
und noch ein tipp: hunde riechen angst. wenn wieder einer auf dich zukommt einfach gelangweilt stehen bleiben und das tier nicht beachten. dann verliert es das interesse an dir.
16:25 Uhr
Deluxe: Diese Handlungsweise ist doch nur eine Folge davon, daß wir mehr und mehr in einer Hundegesellschaft nehmen, in der Hunde für viele wichtiger sind als z.B. Kinder.
Das geht soweit, daß Hundefutter nur mit 7%, Babyzubehör jedoch mit 19% MWSt. versteuert werden usw.
Ich bleibe dabei, daß es in unserem dicht besiedelten Land, insbesondere in den großen Städten, viel zu viele Hunde gibt. Und es werden immer mehr, weil immer mehr Menschen den Hund als Ersatz für Kinder oder sonstige soziale Kontakte mißbrauchen. Dafür ist der Hund aber nicht gedacht - er ist und bleib Nachkomme eines Raubtieres. Immer mehr Hunde in zu kleinen Wohnungen und dicht bevölkerten Straßen heißt deshalb auch: die Gefahr wächst.
Und solange das politisch so gewollt bleibt, wird sich das Problem nicht lösen. Wenn jetzt nach dem neuen Jagdgesetz der Abschuß freilaufender, wildernder Hunde nicht einmal mehr im Wald ohne bürokratischen Extra-Aufwand möglich ist, bricht der letzte Damm, nachdem sich die Hundehalter ja schon seit Jahren nicht im geringsten um Anstand, Regeln und Gesetze scheren. Nichteinhaltung des Leinenzwangs, vollgekotete Straßen sind nur zwei Beispiele von vielen - die Angst, die meine Kinder und auch ich jedes Mal ausstehen wenn ein solches Tier ungehindert auf uns zustürmt, knurrt, kläfft und vielleicht doch auch mal beißt, törnt manchen Hundehalter sogar noch an - entschädigt werden wir alle dafür nicht.
Hunde werden als Seelenkrücken, Potenzmittel, Waffen und Pseudo-Kameraden behandelt. In Wahrheit sind es aber Abkömmlinge der Wölfe - und kein Städter käme auf die Idee, seine Wohnung mit einem Wolf zu teilen.