Die Hauswand stoppte die Fahrt von Reimanns VW Touran. Dabei ging auch eine Gasleitung kaputt.
Foto: Andreas Heinze
Eisglätte: Hauswand bremst Autofahrt von Ex-VFC-Kicker
Christian Reimann hatte an Heiligabend einen Schutzengel an seiner Seite
Mehltheuer. Die Familie hatte gerade Verwandte in Plauen besucht und war auf der Rückfahrt ins thüringische Stadtroda gewesen. In einer Doppelkurve an der Schleizer Straße, kurz vor 23 Uhr, passierte es dann. Der 32-Jährige verlor die Kontrolle über den VW-Touran. Das Fahrzeug schoss eine gut zehn Meter hohe Böschung hinab, durchbrach einen Gartenzaun, knickte noch einen Nadelbaum um und landete schließlich an einer Hauswand. "Es war Blitzeis, da hat man einfach keine Chance mehr", so Reimann am Dienstag am Telefon.
Aber der Reimannsche Schutzengel war noch mehr gefordert. Der Wagen riss bei seiner Irrfahrt die Rohrleitung eines Flüssiggastanks ab. Gas strömte aus. "Und das hat man bereits gerochen", erinnert sich Reimann. "Deshalb sind wir erst mal alle raus aus dem Auto. Nicht, dass da noch etwas explodiert." Reimann machte sich auch Sorgen um seine Frau Mandy. Sie ist im sechsten Monat schwanger. Derweil kam Andreas Heinze herbeigelaufen. Ihm gehören das Haus und der Tank. Geistesgegenwärtig schloss er das Hauptventil. "Man weiß ja nicht, was in so einem Fall richtig ist. Aber das schien mir vernünftig zu sein", sagt er. Doch wäre es tatsächlich zur Explosion gekommen?
Robert Pögl vom Progas-Kundendienst in Mehltheuer und Experte in Sachen Flüssiggas gibt Entwarnung. "Höchstens eine Verpuffung kleinerer Mengen, mehr wäre nicht passiert", versichert er. Die Tanks seien so konstruiert, dass selbst bei einer geborstenen Leitung pro Stunde maximal sechs Kilogramm Gas entweichen können - also pro Minute 100 Gramm. "Im Freien verflüchtigt sich das sehr rasch", so Pögl. Zum Vergleich: Der betroffene Tank fasst etwa zwei Tonnen. Auch das acht Millimeter dicke Stahlblech halte einiges aus. "Wäre das Auto direkt dagegen geknallt, hätte es bestenfalls eine Beule gegeben. Und selbst wenn der VW gebrannt hätte, müssten die Flammen lange einwirken, bevor so ein Tank in die Luft fliegt." Pögl sprach von mindestens einer halben Stunde. Trotzdem: Beide Männer hätten vollkommen richtig gehandelt. Der eine, weil er seine Familie und sich vorsorglich in Sicherheit brachte, der andere, weil er sogleich nach dem Unfall das Hauptventil schloss.
Das Auto von Christian Reimann steht jetzt in einer Plauener Werkstatt und wird gerade repariert. "Halb so schlimm", sagt der Sportler, der mittlerweile als Amateur wieder in seiner alten Heimat Stadtroda kickt und ansonsten bei den dortigen Stadtwerken beschäftigt ist.
Und bei Andreas Heinze ist die Gasleitung inzwischen auch wieder repariert. Dass bis zum Sonntagvormittag im Haus keine Heizung funktionierte, konnten er und seine Familie verschmerzen.


