Das Freizeitzentrum am Klostermarkt ist in der Nacht zum Samstag überfallen worden. Gestern zeigten sich noch Schäden an der Haupteingangstür sowie Fenstern im ersten Stock. Foto: Ellen Liebner
Gewalttätiger Angriff auf Diskothek am Klostermarkt
Mehr als 20 Männer haben mit Pflastersteinen und Baseballschlägern in der Plauener Innenstadt randaliert
Plauen. Beim Überfall auf das Freizeitzentrum am Klostermarkt in der Nacht zum Samstag sind drei Personen verletzt worden - zwei Sicherheitsmitarbeiter der Diskothek und ein 26-jähriger Tunesier, der vermutlich an der Tat beteiligt war. Er wurde aufgrund seiner Verletzungen ins Krankenhaus aufgenommen. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs.
Eine Gruppe von rund 25 Personen griff gegen 23.20 Uhr die Diskothek und ihre Sicherheitskräfte mit Baseballschlägern und Pflastersteinen an. Im Eingangsbereich gingen Glasflügeltüren, Windfang sowie Scheiben und Leuchtreklamen zu Bruch. Anschließend flüchteten die Täter, bei denen es sich mutmaßlich um Bewohner des Plauener Asylbewerberheims handeln soll.
Die alarmierte Polizei nahm bei der anschließenden Fahndung drei Tatverdächtige im Alter von 23, 28 und 30 Jahren vorläufig fest. Sie sind Bewohner des Asylbewerberheims. Nach Feststellung ihrer Personalien und Vernehmung sind sie inzwischen wieder auf freiem Fuß, teilte ein Polizeisprecher gestern auf Anfrage mit.
Zum Zeitpunkt des Überfalls befanden sich laut Augenzeugen rund 200 Gäste in dem Freizeitzentrum, das auch ein Bowlingcenter beherbergt. Während die Diskogäste hinter einer Stahltür zunächst wenig von der Auseinandersetzung mitbekamen, gingen in dem Bowlingcenter durch die geworfenen Steine Scheiben und Fenster zu Bruch. Inhaber Uwe Seidel schätzt den entstandenen Sachschaden auf mehr als 12.000 Euro.
In ersten Medienberichten vom Wochenende wurde als Ausgangspunkt für den Überfall zunächst ein Vorfall vom Freitagnachmittag vermutet. Dabei waren im Eingangsbereich des Einkaufszentrums Stadt-Galerie drei Asylbewerber angegriffen und geschlagen worden. Der 23-jährige Libyer, ein 26-jähriger Mazedonier und ein 30-jähriger Tunesier wurden dabei leicht verletzt. Laut Polizei gehört einer der dort Geschädigten zu den Tatverdächtigen des nächtlichen Überfalls auf die Diskothek. Der Sicherheitsdienst, der an der Stadt-Galerie eingriff, ist jedoch ein anderer als derjenige der Diskothek N 1 am Klostermarkt.
Inhaber Uwe Seidel hält deshalb einen Racheakt gegen den Tanztempel für wahrscheinlicher: Die Diskothek N 1 habe seit einiger Zeit aufgrund wiederholter Störungen Einlassregeln gegenüber Ausländern verschärft. Das für Asylbewerber sowie deren Unterbringung zuständige Landratsamt gab gestern auf Anfrage keine Stellungnahme zu dem Vorfall ab. In sozialen Netzwerken des Internets sorgte die Attacke für erregte Debatten mit zum Teil ausländerfeindlichen Inhalten, aber auch Mahnung zur Mäßigung.


