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Kita-Betreuung: Beitrags-Muffel werden in Plauen zum Problem
Schuldenberg der Stadt sowie der freien Träger wächst
Plauen. Von Mietnomaden hat fast jeder schon einmal gehört. Das sind Menschen, die monatelang keine Miete zahlen, Hals über Kopf verschwinden, jede Menge Schulden hinterlassen - und prompt in die nächste Wohnung ziehen. Dort beginnen die Probleme von vorn.
154 Gebühren-Schwänzer
Ein ähnliches Phänomen lässt sich auch in den Plauener Kindertagesstätten beobachten: Immer mehr Eltern drücken sich vor der Bezahlung der Betreuungs-Beiträge für ihre Sprösslinge. Im Jahr 2011 hat sich allein bei der Stadt Plauen ein Kita-Schuldenberg in Höhe von 185.000 Euro aufgetürmt. Umgerechnet in Gebühren-Schwänzer bedeutet das: 154 Kinder wurden ein Jahr täglich neun Stunden lang betreut, ohne dass die Eltern dafür bezahlten. Das entspricht acht Prozent aller Plauener Kindergarten- und Hortkinder.
Wer jetzt denkt, es handelt sich bei den Schuldnern ausschließlich um soziale Härtefälle, der irrt: Sie stammen aus allen Einkommensgruppen. Diese Erfahrung hat Lutz Schäfer gemacht, der bei der Stadtverwaltung für die Plauener Kindertagesstätten zuständig ist: "Die Ursachen fürs Nichtbezahlen sind vielfältig: Sie reichen von Leichtsinnigkeit über Geldknappheit bis hin zu einer Überblickslosigkeit über das eigene Einkommen." Einige würden sich zudem schämen, Hilfe vom Staat in Anspruch zu nehmen. Diese Hilfe gibt es nämlich: Wer wenig verdient, kann im Jugendamt einen Antrag auf Ermäßigung oder Erlassung der Kita-Beiträge stellen.


