Luise und Siegbert Rummel (zweiter von rechts) sind die neuen Besitzer dieses Thomaskirchen-Gemäldes. Claus (links), Hans (dritter von rechts) und Bernhard Weisbach (rechts) spendeten das Bild an die Johannisgemeinde von Pfarrer Hans-Jörg Rummel (dritter von links).
Foto: Helmut Schneider
Weisbach-Erben übergeben ungewöhnliche Spende an Kirche
Damit die Johanniskirche bald neue Glocken erhält, nimmt eine Plauener Familie Abschied von einem Gemälde
Plauen. Wenn es darum geht, Geld für die neuen Glocken der Plauener Johanniskirche zu sammeln, kommen Pfarrer Hans-Jörg Rummel die pfiffigsten Ideen. Nachdem er zu Silvester exklusive Kirchturmbesteigungen versteigert hatte, darf er sich jetzt erneut auf Zuwachs im Kirchensäckel freuen: Die Plauener Weisbach-Familie hat der St.-Johannis-Gemeinde am Sonntag ein etwa 100 Jahre altes Ölgemälde aus dem Familienbesitz übergeben, das zugunsten der neuen Glocken verkauft wird. Es stammt aus der Hand des Malers Hans Drache und zeigt die Leipziger Thomaskirche.
"Das Bild hing zuletzt bei uns im Weisbachschen Haus in einem Nebenraum - bis meiner Frau die Idee kam, es für die Glocken der Johanniskirche zu spenden", berichtete Bernhard Weisbach, der gemeinsam mit seinen Brüdern Claus und Hans zur Gemälde-Übergabe in den Johannissaal gekommen war.
Käufer für das Bild sind längst gefunden: Es handelt sich um die Eltern von Pfarrer Rummel. Sie wohnen in Leipzig und haben eine besondere Verbindung zur berühmten Thomaskirche auf dem Bild: Vater Siegbert Rummel war einst Thomaner -sein Herz hängt an dem Gotteshaus. "Die Thomaskirche ist meine Heimat", sagte er. 1000 Euro zahlen er und seine Frau Luise für das Drache-Werk, das sie jetzt erst einmal einem Restaurator übergeben wollen.
Ihr Sohn, Pfarrer Hans-Jörg Rummel, will derweil weiter auf Spendensuche gehen: Rund 180.000 Euro braucht seine Johannis-Gemeinde für die Erneuerung des Geläuts. Bisher sind etwa 6000 Euro zusammen gekommen.


