Kita-Leiterin Doreen Seifert mit Anh, Chantal, Kira und Max bei einem lustigen Brettspiel. Die Kinder sind in der ehemaligen Fabrikantenvilla gut untergebracht. Allerdings müssten künftig rund 600.000 Euro ins Haus investiert werden. Die Arbeiterwohlfahrt setzt deshalb auf einen Neubau.
Foto: Franko Martin
Kita-Neubau in Reichenbach soll Villa ersetzen
Arbeiterwohlfahrt will neue Kindertagesstätte mit 85 Plätzen errichten
Reichenbach. An der Oberen Dunkelgasse 40, direkt neben ihrem Hauptsitz in der ehemaligen Horchfabrik, plant die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Vogtland, Bereich Reichenbach, den Bau einer neuen Kindertagesstätte. Sie soll 85 Plätze haben, 20 davon in der Krippe, 45 im Kindergarten und 20 im Hort, davon drei Integrationsplätze. Der Baubeginn wird noch für dieses Jahr angepeilt.
Die neue Einrichtung soll die Kita "Villa Sonnenschein" in der Lessingstraße 2 ersetzen, die einzige Kita in der Reichenbacher Innenstadt. Sie verfügt ebenfalls über 85 Plätze und ist mit durchschnittlich 97 Prozent sehr gut ausgelastet.
Die "Villa Sonnenschein" ist in einer ehemaligen Fabrikantenvilla untergebracht. Das Objekt wurde in den vergangenen 20 Jahren mit Förder- und Eigenmitteln zum Teil umgebaut, um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen. "Allerdings besteht mittlerweile ein Investitionsbedarf von etwa 600.000 Euro. Beschaffenheit und Bauart der Villa bieten jedoch keine idealen Voraussetzungen für die Betreuung von Kindern", erklärte Awo-Geschäftsführer Steffan Günther. Es sei daher zweckmäßiger, das Objekt zu schließen und einen Ersatzneubau zu errichten.
Die Mängelliste der Villa ist lang. Abgesehen von feuchten Wänden und Schimmel im Keller können nicht mehr alle Fenster in den Gruppenräumen geöffnet werden. Sie würden sonst aus dem Leim gehen. Die Bleiglasfenster im Treppenhaus fallen aus den Rahmen. "Durch die Einfachverglasung fällt die Energiebilanz des Hauses schlecht aus. Wegen Rissen und Putzablösungen darf die Treppe vom ersten Obergeschoss in den Garten nur im Notfall genutzt werden. Die Fußböden in einigen Zimmern knarren und sind ausgetreten", sagt Kita-Leiterin Doreen Seifert. Regelmäßig müssen Ameisenstraßen bekämpft werden, die sich durch die Zimmer ziehen. Die Kinder können die schweren Türen nicht allein öffnen. Die Garderoben sind beengt. Die Elektrik im Gebäude ist nicht mehr zeitgemäß. Der Essenaufzug endet in der ersten Etage. Das Essen für 25 Hortkinder muss über die schmale Treppe in die zweite Etage getragen werden. Das kleine Außenspielgelände wurde durch die angebaute Rettungstreppe nochmal verkleinert.
Das Neubau-Grundstück an der Oberen Dunkelgasse liegt zentral und bietet reichlich Platz. Die Nähe zum Awo-Seniorenzentrum "Am Park" ermöglicht ein intergeneratives Konzept: Kinder und Senioren können gemeinsam den Alltag erleben. "Wir freuen uns auf das neue Haus und dass unsere Ideen dort einfließen", erklärt Doreen Seifert.
Am Montagabend wird sich der Stadtrat in seiner Sitzung mit dem Bauvorhaben befassen. Die Awo setzt bei der Realisierung auf Fördermittel von Bund und Landkreis und die kostenlose Bereitstellung des Grundstückes durch die Stadt.

