Oberbürgermeister Kießling fordert Kreisverkehr
Im Jubiläumsjahr soll es kräftig baulich vorangehen
Reichenbach. Noch im Januar will Reichenbachs Oberbürgermeister mit der Staatsregierung in Dresden erneut über den Bau des Kreisverkehrs an der Kreuzung Klinkhardt-straße/Dr.-Külz-Straße verhandeln. "Dieser Kreisverkehr muss kommen, so lange die Bahnbrücke an der Greizer Straße gebaut wird. Also bis Ende 2012. Es würde keiner verstehen, wenn wir die Bundesstraße später nochmal sperren", erklärt OB Dieter Kießling (CDU). 380.000 Euro kostet der Kreisverkehr. Die Kreuzung gilt mit zehn Unfällen pro Jahr als Unfallschwerpunkt. Schuld ist, so sagen Planer, die "mangelnde Begreifbarkeit" des Kreuzungsverkehrs.
Dieses Bauvorhaben ist aber nur eines von vielen, die der OB im Jahr der 800-Jahr-Feier von Reichenbach auf seiner Liste stehen hat. Im kommunalen Straßenbau sollen der obere Teil der Talstraße in Rotschau erneuert, die Brücke Jägerhaus saniert und die Oberreichenbacher Straße zwischen Melanchthonstraße und Friedhofsweg grundhaft ausgebaut werden. Außerdem wirkt die Stadt im Zuge der Arbeiten des Abwasserzweckverbandes am Deckenbau der Oberreichenbacher Straße mit.
Mit Schulsanierung bald durch
Den Schulkindern in der Stadt gute Lernbedingungen zu schaffen, ist ein besonderes Anliegen. "Dieses Jahr wird die energetische Sanierung der Weinhold-Grundschule abgeschlossen. Der dritte Bauabschnitt des Umbaus der Dittesschule läuft an. Und wir beginnen mit der Planung für die Sanierung des Goethe-Gymnasiums", blickt der OB voraus. Mit der Schulsanierung ist die Neuberinstadt somit bald durch.
Wilke-Haus und Post warten
Finanziell beteiligen will sich die Stadt auch 2012 auf der Basis verschiedener Förderprogramme an Sanierungsvorhaben in der Innenstadt. "Die Arbeiterwohlfahrt beginnt mit dem Wilke-Haus. Die Katholische Kirche plant Bauarbeiten. Aber auch viele Privatleute wollen mit ihren Baumaßnahmen das Stadtbild weiter aufwerten. Das freut mich", sagt der OB. Abbrüche plant die Stadt in der Industriebrache Cunsdorfer Straße 93, in der Humboldtstraße 10/12, Käthe-Kollwitz-Straße 1 und Fritz-Ebert-Straße 30. Die städtische Wobau GmbH setzt den Etagenrückbau im Neubaugebiet West fort.
Ein Dauerbrenner ist die Frage, was aus dem ehemaligen Postgebäude am Postplatz wird. "Das Ganze geht jetzt seit 2006. Wie ich höre, hat der Investor jetzt vor Weihnachten alle Unterlagen bei der Bank eingereicht und geht davon aus, dass er 2012 mit dem Umbau des Hauses beginnt", sagt Kießling. Den Investitionszuschuss hat die Stadt jedenfalls im Haushalt eingeplant.
Wohnungen für Jung und Alt
Als Riesenherausforderung sieht der OB die demografische Entwicklung. "Wir haben im Jahr 100 bis 110 Geburten in Reichenbach, dagegen aber 350 Sterbefälle. Seit 1990 sind zwei Drittel der jungen Mädchen weggegangen. Die fehlen uns heute. Und allein mit Kindertagesstätten und sanierten Schulen können wir da nicht gegensteuern", steht für den OB fest. Er setzt darauf, gezielt Menschen in ihre einstige Heimat zurückzuholen, die vor 15 oder 20 Jahren hier weggezogen sind. "Aber dazu müssen wir verstärkt in guter Lage Möglichkeiten für den Eigenheimbau schaffen", sagt er. Ein entsprechendes Konzept soll 2012 erarbeitet werden. Für die zunehmend älter werdende Bevölkerung hält er außerdem attraktive Wohnangebote in Zentrumsnähe für wünschenswert. Kurze Wege und im Leben mittendrin - das sei für Senioren heute Lebensqualität.


