Dem musikalischen Feuerwerk der Vogtland Philharmonie folgte am späten Freitagabend ein echtes - mit Ooh und Aah der Gäste. Tausende strömten in die Innenstadt, um das miterleben zu können. 
Dem musikalischen Feuerwerk der Vogtland Philharmonie folgte am späten Freitagabend ein echtes - mit Ooh und Aah der Gäste. Tausende strömten in die Innenstadt, um das miterleben zu können.

Foto: JB Steps

Reichenbach feiert feucht-fröhliche Party

85.000 Besucher sind am Festwochenende zu 800 Jahren Reichenbach in die Stadt geströmt

Reichenbach. Die offiziell herausgegebenen Besucherzahlen von Großveranstaltungen werden oft skeptisch beäugt: Da will sich womöglich jemand wichtiger machen als er ist. Entsprechend vorsichtig sind Reichenbachs Stadtoberhaupt Dieter Kießling (CDU) und die Organisatoren um Raphael Kürzinger beim am Sonntagabend zu Ende gegangenen Festwochenende 800 Jahre Reichenbach herangegangen. Doch da gab's Widerspruch von denen, die die Besucherströme von Berufs wegen im Auge haben. Nach Rücksprache mit Polizei und Ordnungsdienst haben die Veranstalter dann bekannt gegeben: Unterm Strich kamen 85.000 Gäste ins Festgebiet.

Nach 15.000 Besuchern zum Auftakt am Freitagabend mobilisierte der Tag der Vogtländer 45.000 - dabei säumten bei Niederschlag 5000 die Straßen, als der Festumzug durch die Stadt zog. 1500 menschliche Teilnehmer, 30 Tiere und diverse Fahrzeuge ließen einen eindrucksvollen Umzug mit 95 Bildern entstehen. Insgesamt sind zum Festwochenende 42 Bands, zwei Chöre und 16 Orchester aufgetreten.


Die erwachsenen Vogtländer feierten fröhlich ihren Tag der Vogtländer ...
Die erwachsenen Vogtländer feierten fröhlich ihren Tag der Vogtländer ...

Foto: Franko Martin

Und am Sonntag, beim Nachschlag mit Regen und Sonnenschein, kamen nochmal 25.000 Besucher in den Festbereich. Damit hat Reichenbach Maßstäbe gesetzt und lässt auch die Organisatoren staunen. Denn immerhin gab es an allen drei Tagen teils kräftige Regengüsse, teils sogar Sturmböen. Nach Aussage von Stadtsprecherin Heike Keßler mussten am Sonntag, als ein Gewitter über die Stadt hinweg zog, die Programme gestoppt und wegen der Sturmböen die Seitenwände der Bühnen geöffnet werden. Die Gäste suchten derweil Schutz in Gebäuden, viele flüchteten ins Bürgerbüro. Und als das Gewitter abzog, waren die Leute im Nu wieder da. OB Kießling meint dazu nur: "Wahnsinn." Er empfinde tiefe Dankbarkeit und sei auch erleichtert, weil alles friedlich über die Bühne gegangen ist.


... auch die jungen Vogtländer zeigten sich interessiert. 
... auch die jungen Vogtländer zeigten sich interessiert.

Foto: Franko Martin

Die "Freie Presse" hat das dreitägige Spektakel begleitet und fast ausschließlich positive Resonanz festgestellt. Insbesondere lobten Reichenbacher und Besucher den neuen Festbereich, der sich vom Postplatz zum Park der Generationen erstreckt und Reichenbach von seiner besten Seite zeigt.

 

OB dankt allen Helfern: "Das ist keine Selbstverständlichkeit"

Dieter Kießling war am Sonntagabend erschöpft, aber glücklich. Ulrich Riedel sprach mit Reichenbachs OB über ein Festwochenende der Superlative.

Freie Presse: Na, wie fühlt man sich nach drei Tagen Dauerfeier?

Dieter Kießling: Es ist ein Wahnsinn, was hier los ist. Es ist wie zu besten Landesgartenschau-Zeiten. Und ich empfinde große Dankbarkeit: Trotz des regnerischen Wetters war es ein tolles Fest.

Freie Presse: Sie sind in Dauergesprächen mit Reichenbachern und Gästen der Stadt. Was sagen die so?

Dieter Kießling:Es gibt Lob und Glückwünsche. Der neue Festbereich mit dem Park der Generationen hat sich bestens bewährt. Ein junger Mann aus Leipzig hat mir eben gesagt, er hätte im Vogtland eine solche Veranstaltung mit der großartigen Stimmung niemals erwartet.

 


Kirchplatz von oben aus dem Krankorb heraus fotografiert. 
Kirchplatz von oben aus dem Krankorb heraus fotografiert.

Foto: Franko Martin

Freie Presse: Damit meint er sicher auch das umfangreiche, vielfältige und Qualität bietende Programm - alles gratis. Was hat's denn gekostet?

Dieter Kießling:Wir haben für die 800-Jahr-Feier alles in allem 200.000 Euro eingeplant. Vieles haben Sponsoren ermöglicht, beispielsweise das Feuerwerk.

Freie Presse: Gibt es noch etwas, das Sie jetzt gern loswerden möchten?

Dieter Kießling:Oh ja, ein großes Dankeschön an meine Mitarbeiter, an alle Helfer und Sponsoren, die das ermöglicht haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

 
erschienen am 08.07.2012 ( Von Ulrich Riedel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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