Michael Peetz, Leiter des Polizeireviers Reichenbach.Foto: Franko Martin
Weiterer Aderlass beschäftigt Polizei
Polizeipräsenz verringert sich weiter, OB erinnert Politik an Sicherheitsgefühl der Bürger
Reichenbach . So viel Polizisten wie neulich beim Konzert des Polizeiorchesters Sachsen würde sich Oberbürgermeister Dieter Kießling (CDU) jeden Tag in Reichenbach wünschen. Das betonte er am Mittwoch beim traditionellen Weihnachtskaffeetrinken mit den Sicherheitskräften der Stadt. Die Realität ist jedoch eine andere. Im Zuge des geplanten Stellenabbaues bis 2020 ist das Revier Reichenbach schon ausgedünnt worden. Laut Revierleiter Michael Peetz ist ein weiterer Aderlass zu erwarten. Genaues könne er dazu aber noch nicht sagen.
Normale Streifenfahrten seien schon jetzt nicht möglich. Die Beamten fahren von Einsatz zu Einsatz in einem riesigen Gebiet zwischen Zwota und Elsterberg. Die Zwölf-Minuten-Vorgabe, wie sie für Rettungsdienste gilt, existiert für die Polizei nicht. Sie wäre auch nicht einzuhalten.
Laut Peetz sei Reichenbach aber in einer komfortablen Lage. Es gebe hier weder gehäuft Buntmetalldiebstähle noch rechtsradikale Delikte. Aus der rechten Szene dringe so gut wie nichts nach außen. Auch Drogendelikte lägen im üblichen Rahmen. Eine Wiederholungstäterin sitze jetzt in U-Haft. Zum Glück sei auch die Autobahnpolizei noch in Reichenbach präsent. Elf Mitglieder der Sächsischen Sicherheitswacht wirken als Bindeglied zwischen Bürgern und Polizei. Ebenso unverzichtbar ist der für die umliegenden Ortschaften zuständige Bürgerpolizist.
OB Kießling mahnte dennoch die Landespolitik, das Sicherheitsgefühl der Bürger nicht zu unterschätzen und nicht noch weiter Stellen bei der Polizei abzubauen. (gb)


