Der Wohnblock Albert-Schweitzer-Straße 30-38 in Reichenbach ist von fünf auf drei Etagen gekürzt, komplett saniert, mit großen Anbaubalkons ausgestattet und farblich neu gestaltet worden.
Foto: Franko Martin
Wobau verringert Leerstand im Reichenbacher Neubaugebiet
In der Albert-Schweitzer-Straße 30-38 zogen die ersten neuen Mieter ein
Reichenbach. Der umgestaltete Wohnkomplex in der Albert-Schweitzer-Straße 30-38 ist in mehrfacher Hinsicht ein Pilotprojekt.
Monotonie durchbrochen
Zum einen durchbricht der von fünf auf drei Etagen gekürzte Block die Monotonie der Plattenbauten im Neubaugebiet West. Die alte Plattenstruktur verschwand unter dem Wärmedämmsystem. Zum anderen ist es der erste Block, der nach dem neuen, 2011 beschlossenen Fassadenkonzept gestaltet wurde: mit lichtweißen Wänden und farblich hervorgehobenen Fenster- und Tür-Umrandungen sowie Balkonelementen. Und schließlich setzt das Objekt den Anfang für die "Grüne Stadthaussiedlung", wie sie im Stadtentwicklungskonzept gefordert wird: attraktiver mit lockereren Baustrukturen.
"1,3 Millionen hat das ganze Vorhaben gekostet. Fördermittel gab es nur für den Rückbau der beiden oberen Etagen", sagt Daniela Raschpichler, Geschäftsführerin der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Reichenbach. "Im Objekt bieten wir jetzt 23 Zwei- bis Vier-Raum-Wohnungen an, die 44 bis 113 Quadratmeter groß sind. Sieben sind bereits vermietet, acht reserviert und weitere acht noch frei", listet sie auf. Im Erdgeschoss wurden drei behindertenfreundliche Wohnungen mit verbreiterten Türen untergebracht. Alle Wohnungen sind schwellenlos und haben eine barrierefreien Zugang zu den angebauten, großen Balkonen oder zur Terrasse. Bodentiefe Fenstertürelemente im Bereich der Balkonanlage sorgen für mehr Licht. Die Bäder sind modern gefliest. Etwa die Hälfte der Wohnungen verfügt über Dusche und Badewanne. Teils wurde in zusätzlichen Räumen Platz für Waschmaschinen oder separate Duschen geschaffen.
Wobau-Chefin Daniela Raschpichler zeigt die Dusche in einer behindertengerechten Wohnung.
Foto: Franko Martin
Auf Leerstand reagiert
"Der Umbau schafft Nachhaltigkeit für die Zukunft", sagt Daniela Raschpichler und nimmt für die Wobau in Anspruch, gegenwärtig das einzige Wohnungsunternehmen in Reichenbach zu sein, das mit Rückbau und Teilrückbau auf Leerstand und demografischen Wandel reagiert. Noch immer stehe in Reichenbach ein Fünftel aller Wohnungen leer.
Auch wenn das neu gestaltete Objekt "schon etwas Exklusiveres" sei, stehe die Wobau für bezahlbares Wohnen. Die Kaltmiete im sanierten Block kostet 4,95 Euro pro Quadratmeter, vor dem Umbau waren es rund 3,60 Euro.
Begonnen hat unterdessen bereits der Teilrückbau der Andreas-Schubert-Straße 12-18. Als nächstes soll die Prof.-Schmidt-Straße 12-18 an die Reihe kommen.


16:03 Uhr
crashy9708: PILOT-PROJEKT? - VON WEGEN!
Den Rück- und Umbau von WBS 70 - Neubauten gab es schon vor Jahren in Berlin-Ahrensfelde.
http://www.alsecco.de/referenzen/geschosswohnungsbau-und-wohnsiedlungen/rueckbau-projekt-ahrensfelder-terrassen-in-berlin-marzahn.html
Nun ja, für Reichenbach ist es ein Pilot-Projekt, aber so neu eben auch wieder nicht.