17 Lauben und Schuppen sind in der Gartenanlage am Lauhenhainer Weg in Mosel geknackt worden.
Foto: Ralph Köhler
Für fünf Kisten Leergut: Einbrecher wüten in 17 Lauben
Erneut haben Diebe eine Gartenanlage in Zwickau heimgesucht
Mosel. Der fast zwei Meter hohe Zaun kann entschlossene Diebe offensichtlich nicht abhalten. Auch die Hecken mit ihren Gartentoren und die verschlossenen Türen der massiven Lauben haben das nicht geschafft: Zwischen Sonntag und Montagvormittag haben Diebe die Gartenanlage am Lauenhainer Weg in Mosel heimgesucht.
Gestohlen wurde nach Auskunft der Polizei nicht allzu viel: Mehrere Kabeltrommeln, eine Motorsense, fünf Kästen Leergut. Der angerichtete Schaden ist ungleich größer. Mit brachialer Gewalt sind Türen und Fenster zerstört worden, berichtet Michael Wiltsch. Auch ihn hat es erwischt - wieder einmal. "Ich bin schon dreimal nackig gemacht worden. Dieses Mal ist glücklicherweise nichts abhandengekommen." Der Schaden aber bleibt ihm und den anderen Kleingärtnern.
Den kann zwar eine Versicherung abfangen. Aber längst nicht alle Laubenpieper haben eine abgeschlossen, sagt Hannelore Weidner, Geschäftsstellenleiterin des Kleingartenverbandes Zwickauer Land. Solch ein Vertrag schützt auch nicht vor Schaden. "Die Rennerei hat man trotzdem", sagt sie. Und spricht aus Erfahrung. Sie selbst ist in ihrer Anlage "Dauerland" in Zwickau zweimal Opfer von Einbrechern geworden. "Jedes Mal müssen wir dann wieder in den Baumarkt, um die Tür zu reparieren."
Das steht nun auch den Naturfreunden aus Mosel bevor. Denn auch, wenn die Versicherung für den Schaden aufkommt: Der Ärger bleibt. Und er zieht weiteren Ärger nach sich. Denn die Einbrecher bleiben in der Regel unentdeckt: "Nach der Anzeige bei der Polizei kommt zwar noch Post von der Staatsanwaltschaft, dass der Fall bearbeitet wird. Aber nach einem halben Jahr heißt es, die Sache wird wegen Geringfügigkeit eingestellt", sagt Michael Wiltsch. Was bleibt, sind Frust und eine gewisse Hilflosigkeit. "Wir können hier ja keine Sicherheitsleute herbestellen."
Darüber haben vielleicht auch schon andere Kleingärtner nachgedacht. Denn die Zahl der Einbrüche nimmt zu - zumindest gefühlt. Zwar wollte Jens Scholze, Pressesprecher der Polizei, diesen Eindruck am Dienstag nicht bestätigen. Hannelore Weidner und Waltraud Wilczek vom Stadtverband der Kleingärtner sind sich mit dieser Beobachtung einig: Es wird mehr. Und in noch einer Vermutung stimmen die beiden Frauen überein: Die Diebe sind in den Bungalows nicht auf der Suche nach Reichtümern. Viel mehr nach Lebensmitteln, Alkohol oder Zigaretten. Dabei vermutet auch die stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende, dass der Schaden höher ist als der Wert der Beute. "In unserer Anlage ,Sonnenland' ist auch eingebrochen worden - wahrscheinlich sogar am Tag. Bei uns hat zwar nichts gefehlt, aber es wurde viel kaputt gemacht."
Polizeisprecher Scholze empfiehlt den Kleingärtnern, ihre Lauben gegen Einbruch zu sichern. Er sieht aber auch die Kehrseite der Medaille: "Je besser man sich schützt, desto größer ist der Schaden, der bei einem Aufbruch angerichtet wird." Trotzdem sollte man es Dieben so schwer wie möglich machen. Am besten, so Scholze, die Lauben sind gut sichtbar geschützt, so dass Diebe die Lust verlieren. Scholze vermutet hinter den Einbrüchen auch Beschaffungskriminalität von Drogenabhängigen. "Die suchen nicht nach den großen Werten - da macht sozusagen Kleinvieh auch Mist."
Beratung Der Präventionsbeauftragte des Polizeireviers Zwickau, Alter Steinweg 17, gibt Auskunft dazu, wie man sich vor Einbruch schützen kann. Erreichbar ist er unter der Rufnummer 0375 4458201.

