Reporter Holger Frenzel (rechts) und Stefan Stolp absolvieren den Test.

Foto: Andreas Kretschel

Fahrt zu Parkplatz in Glauchau kann dauern

Zwei Reporter der "Freien Presse" haben probiert, wer schneller in die Läden kommt

Glauchau. 11.15 Uhr vor der Post an der Leipziger Straße: Holger Frenzel und Stefan Stolp wollen drei Geschäfte aufsuchen, wählen dafür aber unterschiedliche Wege mit dem Auto. Einer fährt zum Parkplatz Ulmenhang, der andere nutzt die neuerdings für den Fahrzeugverkehr frei gegebene Leipziger Straße.

Die herkömmliche Fahrt-Route...

... wird von Holger Frenzel getestet: Ich fahre meinen Wagen über die Gewerbegasse und die Hoffnung auf den City-Parkplatz am Ulmenhang. Dort ist nur etwa reichlich die Hälfte der Stellplätze belegt, ein freies Plätzchen lässt sich problemlos finden. Vom Parkplatz bis in die Fußgängerzone ist es nur ein Katzensprung. Ich zähle bei meinem kurzen Fußmarsch durch die Hoffnung die Anzahl der Schritte - es sind 172.

Damit kann der Einkaufsbummel für mich um 11.20 Uhr beginnen. Ich steuere den Drogeriemarkt und die Buchhandlung an. Die Autos, die an diesem Vormittag in der Leipziger Straße unterwegs sind, stören mich nicht. Aber: In vielen Gesprächen steht die Debatte um die Verkehrsfreigabe der Leipziger Straße im Mittelpunkt. Zum Mitdiskutieren bleibt mir keine Zeit. Das abgemachte Ziel ist der Rosterstand in der Nähe der Sparkasse. Dort bestelle ich 11.32 Uhr meine Bratwurst.

Über die Leipziger Straße...

... fährt Stefan Stolp, um in die drei Geschäfte zu gelangen: Auf der als verkehrsberuhigter Bereich ausgeschilderten Straße sind keine Parkflächen markiert, sodass ich weder vor dem Rosterstand, noch vor der Buchhandlung und der Drogerie halten kann, obwohl hier und da vielleicht ein Plätzchen wäre, vor allem vor den leer stehenden Geschäften. An anderen Stellen verhindern Poller das Abstellen des Autos. Ich bemühe mich, vorschriftsmäßig im Schritttempo die Leipziger Straße zu passieren. Dennoch kann ich mir die Schaufenster und Auslagen der Geschäfte kaum ansehen, denn ich muss auf Fußgänger achten.

Die Parkplätze auf der Nicolaibrücke, die sich der Leipziger Straße unmittelbar anschließt, sind sämtlich besetzt, lediglich die beiden Stellflächen für Behinderte sind frei. Die benutze ich lieber nicht und fahre weiter. Weil die Brüderstraße gesperrt ist, nutze ich die Umleitung über die Nicolaistraße und gelange auf den Markt. Den muss ich zunächst einmal komplett umrunden, um einen Parkplatz zu ergattern, weil kurz vor mir einer schneller ist und in die freie Parklücke stößt. In der zweiten Runde klappt es. Ich stelle mein Auto vor dem Rathaus ab. Es ist mittlerweile 11.21 Uhr. Zu Fuß geht es retour zur Leipziger Straße. Auf der Nicolaibrücke sind nun zwei Parkplätze frei - Pech gehabt.

Während meines Fußmarsches durch die Leipziger Straße kommt mir lediglich ein Lieferfahrzeug entgegen. Als ich am Rosterstand ankomme, hat Holger Frenzel seine Wurst bereits verputzt. Er war drei Minuten schneller und hat zu seinem Auto einen kürzeren Rückweg.

 
erschienen am 18.07.2012 ( Von Holger Frenzel und Stefan Stolp )
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