Am Vereinsgebäude des Lok Glauchau/Niederlungwitz nagt der Zahn der Zeit. Für 140 Spieler stehen nur drei Kabinen zur Verfügung.
Foto: Andreas Kretschel
Fußballspieler in Niederlungwitz brauchen mehr Platz
Auf dem Sportplatz gibt es Investitionsbedarf und die Frage: Sanierung oder Neubau?
Glauchau/Niederlungwitz. Die Bedingungen im Vereinsheim trüben bei den Verantwortlichen des SV Lok Glauchau/Niederlungwitz die Stimmung. In dem Komplex, der vor mehr als einem halben Jahrhundert entstanden ist, fehlen nicht nur Umkleideräume. Auch das Dach ist in keinem guten Zustand.
Der Vorstand hat dem Ortschaftsrat vor wenigen Tagen seine Vorstellungen mitgeteilt, wie man den Komplex am Vierseitenhof entwickeln könnte. Die Kosten für den Bau eines neuen Vereinsheimes werden auf rund 280.000 Euro beziffert. Für eine Sanierung mit Anbau würde der Verein knapp 100.000 Euro benötigen. Diese Zahlen nannte Vereinsmitglied Peter Tirschmann, der für die Betreuung von Bauvor- haben im Sportverein verantwortlich ist.
Stadt muss erst prüfen
Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos), der an der Sitzung des Ortschaftsrates teilnahm, hat den Sportlern keine spontane Lösung unterbreiten können. Im städtischen Haushaltsplan steht bisher kein Geld für Investitionen im Vereinsheim zur Verfügung. Zunächst sollen die Fördermöglichkeiten für das Vorhaben auf den Prüfstand kommen. "Wichtig ist, dass wir dann einen Plan A und einen Plan B in der Tasche haben", sagt Dresler. Die Sportler gehen nach den ersten Debatten im Ortschaftsrat davon aus, dass die Tendenz eher zu einer Lösung mit einem Anbau und einer Sanierung geht. "Die Realisierung wird sowieso nur abschnittsweise klappen", vermutet Tirschmann. Zu den Schwerpunkten, die aus Sicht des Vereins in Angriff genommen werden müssen, gehören ein neuer Heizkessel (8000Euro), die Verbesserung der Wärmedämmung (15.000 Euro) und die Sanierung des Dachs (29.000 Euro). Zuletzt seien die Schäden am Dach nur noch notdürftig geflickt worden.
Am Wochenende wird's eng
Zur Fußball-Abteilung des SV Lok Glauchau/Niederlungwitz gehören rund 140 Mitglieder. Der Verein hat zwei Männermannschaften, ein Seniorenteam und eine Damentruppe im Spielbetrieb. Zudem sind alle Nachwuchs-Altersklassen - teilweise in Spielgemeinschaften - besetzt. Auf dem Sportplatz stehen momentan aber nur drei funktionstüchtige Kabinen zur Verfügung. Dadurch geht es vor allem an Wochenenden, wenn die Spiele stattfinden, sehr eng zu. "Wir brauchen mindestens eine weitere Kabine und eine separate Dusche für die Damen", verdeutlicht Vereinschef Jörg Siegel. Der Anbau könne nur neben dem Vereinsheim in Richtung Ortszentrum errichtet werden.
Zelt dient als Kabine
Zum Pfingstcup, an dem sich Nachwuchsteams aus fünf Bundesländern beteiligt haben, mussten sich einige Mannschaften sogar in Zelten neben dem Sportplatz umziehen. Schiedsrichter-Obmann René Großer hat zur Ortschaftsratssitzung zudem auf die Missstände in der Kabine der Referees aufmerksam gemacht. "Das ist kein haltbarer Zustand. Auf einer Fläche von drei Quadratmetern müssen sich teilweise bis zu sechs Schieds- und Linienrichter aufhalten", sagt Großer.

