Der Hang am Bahndamm unter der Autobahnbrücke bei Reinholdshain wurde ausgespült.
Foto: Wiegand Sturm
Glauchau: Hangrutsch bremst Muldentalbahn
Streckenbetreiber will in Reinholdshain die Ursachen des Vorfalls prüfen
Glauchau. Nach den vielen Regenfällen der vergangenen Wochen ist unterhalb der Autobahnbrücke bei Glauchau der Bahndamm abgerutscht. Das könnte den Betreiber der Muldentalbahn, die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE), vor Probleme stellen. Deren Geschäftsführer Gerhard Curth sagt: "Zuallererst muss die Ursache des Hangrutsches geklärt werden." Geprüft werde, ob die großen Rinnsale natürlicher Herkunft sind oder aber technische Ursachen vorliegen. Erst dann könne er sagen, wie herb der Rückschlag für die Muldentalbahn tatsächlich ist. Denn die DRE, die die Strecke von der Bahn gepachtet hat, will das Bahngleis durch das Muldental wieder beleben. Doch dafür sei ein intaktes Gleis notwendig. Deshalb werde untersucht, ob das Gleisbett Schäden abbekommen hat.
Die DRE hat bereits Erfahrungen gesammelt, denn im Jahr 2007 rutschte nach einem Unwetter an gleicher Stelle schon einmal der Bahndamm ab.
Das Unternehmen war damals gerade dabei, für die Nacht der Schlösser Ende August 2007 Schienenverkehr zwischen Glauchau und Waldenburg zu organisieren. Die Folge waren monatelange Auseinandersetzungen über die Schuldfrage. Schließlich gab die DRE die Reparatur des Bahndammes in Auftrag. "Das ist damals solide gebaut und abgenommen worden", sagt Curth. Die Deutsche Bahn ist zwar Eigentümer der Strecke, aber der Betreiber habe dafür zu sorgen, dass alles in Ordnung komme.
Gerhard Curth, Geschäftsführer.Foto: PF
Der Wanderweg unterhalb der Autobahnbrücke ist nicht allzu stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Mitarbeiter des Glauchauer Ordnungsamtes waren vor Ort und haben sich die Sache angesehen und keine akute Gefährdung für Fußgänger feststellen können. Zuständig für die Wege ist nach den Worten von Rathaussprecherin Bettina Seidel das Landratsamt. Das schickte ebenfalls einen Mitarbeiter der Stabsstelle für Wirtschaftsförderung und Tourismus an die Stelle. Ergebnis: Der Radwanderweg ist kaum beeinträchtigt.
Für die Hangbefestigung ist laut Landkreissprecherin Ilona Schilk das Landesamt für Straßenbau und Verkehr verantwortlich. Dessen Sprecher Ronald Krause sagt, dass die Entwässerung der Autobahn, so wie es Anwohner in Kleinbernsdorf vermuten, nicht schuld am Hangrutsch sei. Die Entwässerungsanlagen seien ausreichend groß und würden regelmäßig überprüft und gewartet.
Der Verein Muldentalbahn, der sich mit kleineren Projekten, wie zum Beispiel Draisinenfahrten zwischen Penig und Amerika oder zwischen Rochlitz und der Göhrener Brücke, um die Wiederbelebung der Muldentalbahn kümmert, hofft, dass der Schaden in Reinholds- hain behoben werden kann. "Das ist aber Sache der DRE, wir als Verein können da nichts weiter tun, als auf das Problem aufmerksam zu machen", sagt Vorstandsmitglied Christian Berthold.

