Das Ausflugsziel Waldenburg fehlt bislang auf den Wegweisern für die Fahrrad-Touristen, die sich von Glauchau aus auf den Weg machen. 
Das Ausflugsziel Waldenburg fehlt bislang auf den Wegweisern für die Fahrrad-Touristen, die sich von Glauchau aus auf den Weg machen.

Foto: Wiegand Sturm

Penig läuft Töpferstadt den Rang ab

Waldenburg spielt entlang des Mulderadweges eine untergeordnete Rolle - zumindest bei der neuen Ausschilderung

Glauchau/Waldenburg. Fahrradtouristen, die auf dem Mulderadweg unterwegs sind, werden ab Glauchau in Richtung Grimma auf Penig aufmerksam gemacht. Das etwa 9500 Einwohner zählende Städtchen fungiert bei der neuen Ausschilderung des Radfernweges als so genanntes Hauptziel. Das heißt, der Name wird auf den Hinweisschildern stets ganz oben und in größerer Schrift aufgeführt, während darunter die Unterziele, also jeweils der nächstgelegene Ort aufgeführt wird.

Dieses Schicksal trägt auch Waldenburg, Deutschlands älteste Töpferstadt. Grundsätzlich sollen Ober- und Mittelzentren, wie zum Beispiel Zwickau oder Glauchau, als Hauptziele festgelegt werden. Liegen sie jedoch mehr als 30 Kilometer auseinander, können touristisch interessante Städte auch als Hauptziele fungieren. Solche Ausnahmen lassen die sächsischen Bestimmungen über die Radwegbeschilderung durchaus zu. Das nächste Mittelzentrum von Glauchau flussabwärts ist, abgesehen vom Limbacher Ortsteil Wolkenburg, Grimma. Das sind etwa 70 Kilometer. Ist Penig touristisch interessanter als Waldenburg? Wegen der Töpfertradition - der älteste Innungsbrief stammt aus dem Jahr 1388 - hat Waldenburg laut Tourismusstudie des Landkreises Zwickau ein touristisches Alleinstellungsmerkmal.

"Als wir die Beschilderung konzipierten, hat das keine Rolle gespielt", sagt Stephan Werner. Er ist bei der Wirtschaftsförderung des Kreises beschäftigt und für die Rad- und Wanderwegbeschilderung zuständig. Das gesamte Projekt lief über seinen Tisch, zumindest was das Territorium des Landkreises Zwickau betrifft. Die Ausschilderung des gesamten Weges entlang der Mulde sei eine Kooperation der Kreise Zwickau, Mittelsachsen, und Nordsachsen. Vielmehr sei er vom Charakter eines Fernradwegs ausgegangen. Die meisten Touristen, die ihn benutzen, würden die Touren im Voraus planen. Deshalb sollten die Abstände der definierten Hauptziele zwischen 15 und 30 Kilometern liegen. Von Glauchau nach Waldenburg sind es neun, bis Penig 22.

"Wir haben vielmehr Wert darauf gelegt, dass in den Publikationen, also den verschiedenen Radwanderkarten und Übersichten, die touristischen Anziehungspunkte auch von Waldenburg aufgeführt sind", sagt er. Doch die jetzige Beschilderung des Mulderadwegs sei flexibel. Wenn sich in der Diskussion um die touristische Bedeutung von Waldenburg der Wunsch abzeichnet, die Töpferstadt als Hauptziel auszuweisen, sei dies durchaus möglich.

 
erschienen am 13.11.2011 ( Von Stefan Stolp )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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