Täve Schur war am Sonnabend in Meerane als Gesprächspartner gefragt.
Foto: Andreas Wohland
Radsportlegende trifft auf alte Bekannte
Der "Steile Wand"-Bezwinger Täve Schur berichtete am Samstagabend vor rund 150 Zuhörern aus seinem Leben
Meerane. Für die DDR-Radsportikone Täve Schur war die Vorstellung seiner Autobiografie in der Meeraner Stadthalle schon fast so etwas wie ein Heimspiel. Friedensfahrt, "Steile Wand" und Täve gehörten für viele aus dem Publikum nach wie vor untrennbar zusammen. Das zeigte sich bereits im Foyer, wo sich schnell eine Menschentraube um den 80-Jährigen bildete. Täve nahm sich für jeden Zeit, schüttelte Hände, kramte mit seinen Gesprächspartnern in Erinnerungen.
"Das sind für mich alles gute Bekannte. An viele kann ich mich noch genau entsinnen. Auch wenn mir damals nicht so richtig wohl bei dem Gedanken war, gab es hier in Meerane eine nach mir benannte Brigade", sagte Täve Schur. Schon deshalb freute er sich, in der Stadthalle auf die 74-jährige Gerlinde Heining zu treffen. "Mein verstorbener Mann war Leiter der Täve-Schur-Brigade im Dampfkesselbau Meerane. Dadurch hatten wir auch viele persönliche Kontakte zu Täve. Eines muss ich unbedingt hervorheben: Trotz seiner Erfolge ist Täve immer bodenständig geblieben", sagte sie. Schurs Besuch war aber auch für Autogrammjäger eine willkommene Gelegenheit, sich seinen Namenszug zu sichern.
Und das nicht nur als Widmung in einem Buch. "Ich haben mir aus einem Friedensfahrtmuseum ein nachempfundenes Friedensfahrttrikot besorgt. Darauf befindet sich seit wenigen Augenblicken Täves Unterschrift", sagte Frank Zetzsche (59) aus Glauchau. Der aus Chemnitz angereiste Ullrich Schettler ließ sich ein Autogramm auf eine alte Fotografie des Radsportlers geben. "Das Foto hat mein Vater aufgenommen. Als ich heute früh in der 'Freien Presse' von der Veranstaltung gelesen habe, stand für mich sofort fest, das Bild zu nehmen und hier her zu fahren", sagte der 62-Jährige. Mike Wilhelm (40) hatte sich sogar per Drahtesel aus dem heimischen Stenn nach Meerane begeben. "Etwa anderthalb Stunden war ich unterwegs. Sowohl meine Eltern, als auch meine Großeltern haben immer viel von ihm erzählt. Heute will ich ihn einmal persönlich erleben", sagte er.


