Auf dem Vorplatz hatten viele Stände zum Schauen und Kaufen eingeladen. 
Auf dem Vorplatz hatten viele Stände zum Schauen und Kaufen eingeladen.

Foto: Wiegand Sturm

Schloss zeigt sich als Weihnachtsland

Zum 4. Mal hat Waldenburg zur Schlossweihnacht eingeladen - Besucher aus allen Ecken Sachsens strömten herbei

Waldenburg. Schnee war das Einzige, was bei der Waldenburger Schlossweihnacht gefehlt hat. Selbst in dieser Hinsicht hatten die Organisatoren Weitblick bewiesen und vorsorglich Frau Holle bestellt. An einem kleinen Fenster hoch oben im Schlossportal schüttelte sie ihre Betten auf und ließ zahllose Schaumschneeflocken stieben. Auch Landrat Christoph Scheurer (CDU) kam während der Eröffnung in den Genuss dieses Flockenwirbels. "Ich bin nicht so der ganz große Weihnachtsmarktfan. Aber natürlich schaue ich mir die Märkte in der Region gern mal an, speziell natürlich den in unserem wunderschönen Schloss Waldenburg", sagte er. Waldenburgs Bürgermeister Bernd Pohlers sprach von einem neuen Besucherrekord. Am Sonntagabend schätzte er "bestimmt 20.000 Gäste".

Zuspruch fand bei der Masse der Besucher vor allem die Vielfalt des vorweihnachtlichen Treibens. Die üblichen Verkaufsstände auf der einen, eine ganze Reihe Angebote für Jung und Alt auf der anderen Seite. Viele Blicke zog die sechsjährige Lisa Zenker auf sich. Sie begrüßte die Besucher als Weihnachtsengel. "Ich habe das schon öfter getan, es macht Spaß. Hauptsächlich, weil ich neben dem Weihnachtsmann sitzen darf und so ein tolles Kleid anhabe."

Seltenes für den Gaumen

Kulinarisch bot die Schlossweihnacht für so ziemlich jeden Gaumen etwas. Neben Roster und Steaks gehörte die Gulaschsuppe vom Feuerwehrverein Waldenburg zu den Rennern. Außergewöhnliches gab es am Stand der Friweika. "Die Tornadokartoffeln - mehlierte und frittierte Kartoffelspiralen mit Stiel - bieten wir nur zu wenigen Veranstaltungen an", sagte Firmenmitarbeiter Steffen Lange. Für die Zwickauerin Veronika Hermann und Tochter Isabel, 8, war es der erste Abstecher nach Waldenburg. "Ich hatte zwar in der 'Freien Presse' schon mehrfach über die Stadt gelesen, bin aber noch nie hier rüber gekommen. Inzwischen bedauere ich das schon fast", sagte sie. Ihre Tochter fand den Markt toll. "Hier wird man nicht so umher geschubst wie bei uns in Zwickau. Das Schloss sieht beinahe aus wie im Märchen."

Auch die reifere Generation zollte den Veranstaltern viel Lob. "Wir kommen aus Limbach-Oberfrohna. Vor zwei Jahren waren wir schon mal ganz kurz hier. Es ist beeindruckend, wie schön sich dieser Weihnachtsmarkt entwickelt hat", sagte der 67-jährige Herbert Schäfer. Sofern die Gesundheit mitspielt, wollen er und seine Frau auch nächstes Jahr wieder zur Schlossweihnacht in die Nachbarstadt kommen.

Anna von Schönburg ist dabei

Sylvina Schwarzenberger, Betriebsleiterin des Immobilienmanagements des Kreises, hatte sich in ein Kostüm aus der Zeit der Anna von Schönburg geworfen. Und das nicht nur, weil alle Mitglieder des Organisationskomitees historisch gewandet über das Gelände flanierten. Für Schwarzenberger stellte die Person der Adligen auch einen Brückenschlag zu ihrer Heimatstadt Hohenstein-Ernstthal dar. "Anna von Schönburg hat im Jahre 1510 Hohenstein das Stadtrecht verliehen. Für mich bot es sich damit an, einmal in ihre Rolle zu schlüpfen." Zudem machte die 51-Jährige keinen Hehl daraus, dass ihr das Schloss ans Herz gewachsen ist. Sie bezeichnete es als Perle des Muldetales. "Nachdem das Krankenhaus hier ausgezogen war, stellten wir erst so richtig fest, was für ein Kleinod wir übernommen hatten." In zehn Jahren sei es gelungen, das Schloss in eine kulturelle, bevölkerungsoffene Einrichtung zu verwandeln.

 
erschienen am 27.11.2011 ( Von Andreas Wohland )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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