Andreas Weber, Leiter der Stadtratsfraktion der Freien Wähler
Foto: Archiv/Wiegand Sturm
Wenige Glauchauer benennen ihre Probleme
An einer Umfrage der Freien Wähler haben sich lediglich 242 Einwohner beteiligt
Glauchau. Dem Schicksal der Wernsdorfer Brücke - sie wurde vor gut anderthalb Jahren wegen Einsturzgefahr komplett gesperrt - wollen sich die Freien Wähler in den nächsten Jahren annehmen. Das ist ein Ergebnis der Bürgerumfrage, die die Wählervereinigung in Glauchau gestartet hatte. "Viele der Befragten haben sich dafür ausgesprochen, die Muldebrücke in Wernsdorf so zu erneuern, dass wenigstens Fußgänger und Radfahrer sie passieren können", sagt Andreas Weber, der die Stadtratsfraktion der Freien Wähler leitet und gemeinsam mit Vorstandsmitglied Michael-Philipp Seidel die Umfrage organisierte.
Verein sieht gute Basis
Etwa 7500 Glauchauer sind im Oktober schriftlich befragt worden. 242 Einwohner haben geantwortet. "Wir hätten vielleicht mehr Antworten bekommen, wenn wir zum Beispiel in den Ortschaften Sammelstellen eingerichtet hätten", räumt Weber ein. Denn die Fragebögen bei ihm im Geschäft im Glauchauer Zentrum ausgefüllt abzugeben, sei vielleicht für den einen oder anderen zu beschwerlich gewesen. Dennoch, Weber sieht in den Antworten inhaltlich eine gute Grundlage für die Themenarbeit der Fraktion. Vieles deckt sich mit der allgemeinen Problemlage in Glauchau. Zum Beispiel beklagten sich zahlreiche Befragte über den schlechten Zustand vieler Straßen in der Stadt. Am häufigsten genannt wurden Wehrstraße, Meeraner Straße, Dietrich-Bonhoeffer-Straße, Bahnhofstraße und Pestalozzistraße.
Auch das Grundschulproblem sprechen die Befragten an. Viele sehen die Sanierung der Sachsenallee-Grundschule als besonders wichtig an. Ein wichtiges Thema für die Befragten ist auch die Verbesserung der Wirtschaftsförderung in Glauchau. "Wie ein roter Faden zieht sich durch die Äußerungen der Blick nach Meerane als Kopie-Anregung und als Vorbild", schreiben die Freien Wähler in ihre Auswertung. Die Belebung der Innenstadt mit attraktiven Geschäften sei eine wichtige Aufgabe, die es in Glauchau zu lösen gelte. Die Wirtschaftsförderung müsse zudem außerhalb von Glauchau aktiver werden, um Investoren auf die Stadt aufmerksam zu machen. Auch der Umgang mit den Industriebrachen beschäftigt die befragten Glauchauer. Viele sprechen sich für den Erhalt leer stehender Häuser aus. Sie schlagen vor, die Gebäude Jugendlichen zur Nachnutzung anzubieten.
Palla-Brache bleibt Thema
Auffallend: Obwohl gar nicht dazu befragt, spricht sich die Mehrheit gegen einen Abriss der Palla-Brache an der Otto-Schimmel-Straße aus. Weber: "Zunächst ist es wichtig, dass das Problem wieder in den Mittelpunkt des Interesses gerückt wurde." Doch Voraussetzung zum Erhalt des Komplexes sei eine tragfähige Nutzung.
Die Erkenntnisse, die die Freien Wähler gewonnen haben, behalten sie nicht für sich. Die schriftliche Auswertung haben sie dem Rathaus sowie den Fraktionen des Stadtrates übergeben.


