Am Ende der Ausbaustrecke wird es irgendwann einmal geradeaus in Richtung Schlagwitz weiter gehen.
Am Ende der Ausbaustrecke wird es irgendwann einmal geradeaus in Richtung Schlagwitz weiter gehen.

Foto: Wiegand Sturm

Zweiter Abschnitt lässt auf sich warten

Wer die neue B 180 in Richtung Altenburg fährt, wird am Ende vor einem steilen Hang scharf nach links geleitet

Waldenburg. Der Bau der Waldenburger Ortsumgehung wird erst nach dem Jahr 2015 fortgesetzt werden. Das sieht der aktuelle Investi- tionsrahmenplan des Bundesverkehrsministeriums vor. In dem Papier findet sich der zweite Bauabschnitt in der Kategorie D, die mit "Weitere wichtige Vorhaben" betitelt ist - im Unterschied zur Kategorie C, die sich "Prioritäre Vorhaben bis 2015" nennt. "Genau in diese Kategorie C sollte der zweite Bauabschnitt eingeordnet werden", sagt Manfred Fischer, Sprecher der Bürgerinitiative "Zukunft für Waldenburg". Denn erst mit dem zweiten Bauabschnitt, der vom Ortsteil Schlagwitz kommend an den seit einem halben Jahr frei gegebenen ersten Abschnitt anschließt, werde Waldenburg vom Verkehr wirksam entlastet. Deshalb dränge die Bürgerinitiative auf eine schnelle Fortsetzung der Arbeiten.

Die Waldenburger haben sich dafür die CDU-Landtagsabgeordnete Ines Springer aus Glauchau ins Boot geholt. Auch sie hält es für wichtig, dass der zweite Bauabschnitt in der Priorität nach vorn rückt. Im Januar oder Februar will sie mit dem Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Jan Mücke sprechen. Einen genauen Termin gebe es noch nicht. Für die Planung und den Bau der Ortsumgehung ist das sächsische Wirtschaftsministerium zuständig. Deren Sprecherin Isabel Siebert sagt, dass der zweite Bauabschnitt noch am Anfang des Planungs- und Genehmigungsprozesses stehe. Das Vorhaben in die Kategorie C zu bringen, setze Baurecht bis spätestens 2015 voraus. Dies sei gegenwärtig noch nicht gesichert. Entscheidend werde der Verlauf des weiteres Planungsprozesses sein.

Der findet unter veränderten Bedingungen, als es noch beim ersten Bauabschnitt der Fall war, statt. Denn der Freistaat hat seine Straßenbauverwaltung verändert. Ab morgen nimmt das neue Landesamt für Straßenbau und Verkehr seine Arbeit auf. Die Behörde ist das Ergebnis der Zusammenlegung der bisherigen Straßenverkehrsämter mit dem Autobahnamt. Für Bauvorhaben im Landkreis Zwickau - also auch für den zweiten Abschnitt in Waldenburg - ist die Plauener Außenstelle des neuen Landesamtes zuständig.

Beim ersten Abschnitt war es zunächst das Straßenbauamt Zwickau, später das Amt in Chemnitz. Die Prüfung der Verantwortlichkeit für den offensichtlichen Planungsfehler an der Kertzscher Spitzkehre dauern nach Angaben des Ministe- riums noch an. Wie lange das noch dauern wird, sagt die Sprecherin nicht. Erst wenn der von der Bürgerinitiative "als Murks" bezeichnete und vom Bund der Steuerzahler im Schwarzbuch 2011 aufgezeigte Fehler ausgewertet ist, werde die Umplanung des Knotens in Kertzsch in Angriff genommen.

 
erschienen am 30.12.2011 ( Von Stefan Stolp )
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