Jürgen Croy bei einer Veranstaltung beim Fanprojekt.
Foto: Ralph Köhler/Archiv
Glückwünsche kommen aus aller Welt
Zwickaus Torwartlegende Jürgen Croy feiert heute seinen 65. Geburtstag
Zwickau. Der ehemalige DDR-Nationaltorwart und heutige Chef der Kultour Z hat sich zu seinem Geburtstag in den Urlaub verdrückt. Dennoch ist sein Ehrentag nicht vergessen. Hans-Ulrich Grapenthin etwa schickt ihm ein "Alles, alles Gute, toi, toi, toi und viel Gesundheit" hinterher. Grapenthin, jahrelang die Nummer 2 im Tor der Nationalmannschaft, denkt gern an die gemeinsame Zeit zurück. "Jürgen war ein absolut fairer Sportsmann." Der Torwart des FC Carl Zeiss Jena sieht es nicht tragisch, dass er oft auf der Bank saß. "Das war immer eine Entscheidung des Trainers. Jürgen hätte es verdient gehabt, sein 100. Länderspiel vollzumachen."
Sportler zollen Anerkennung
Dazu kam es allerdings nicht. Nach 94 Spielen beendete Croy seine internationale Karriere. Erreicht hat er viel - unter anderem die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1976. Im Viertelfinale mussten sich die Franzosen mit 0:4 geschlagen geben. Damals in ihren Reihen: der junge Michel Platini. Heute ist der ehemalige Mittelfeldspieler Präsident des europäischen Fußballverbandes Uefa. An Jürgen Croy schreibt er: "Alles Gute zum Geburtstag, Jürgen. Es ist selten, dass ich meine besten Wünsche an einen Torwart ausspreche, gegen den ich noch nie getroffen habe."
Großen Respekt vor Croys Leistung hat auch ein Mann, der selbst ein überragender Torwart war. Ronnie Hellström, lange Nationaltorwart in Schweden und Keeper beim 1. FC Kaiserslautern, schreibt: "Hallo Jürgen. Großen Glückwunsch zum 65. Geburtstag von deinem alten Torwartkollegen. Hoffentlich geht es dir gut, so dass du einen schönen Geburtstag feiern kannst."
Klaus Rohrberg bewahrt noch Karten aus Montreal auf.
Foto: Marcus Richter
Und noch einer erinnert sich: Sportreporter Jörg Wontorra. "Als Torwart war Jürgen Croy einer der ganz Großen. Er ragte heraus aus der DDR-Nationalmannschaft, und das nicht nur körperlich. Sein Name hatte auch im Weltfußball einen hohen Stellenwert. Jedes Jahr beim Zwickauer Hallenmasters haben wir uns getroffen. Wenn einer wie er nun ins Rentenalter kommt, glaubt man es kaum. Denn wer Jürgen Croy so sieht, denkt: Die Zeit ist stehen geblieben. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch!"
Längst nicht nur Sportler wissen Croys Leistungen zu schätzen. Bodo Chilla ist seit vier Jahrzehnten - seit seiner Kindheit - Fan des Zwickauer Fußballs. Nur wegen Jürgen Croy. "Er ist mein größtes Idol", sagt der Rostocker. "Ich wünsche ihm alles, alles Gute, viel Gesundheit und dass er dem FSV treu bleibt." Für Chilla war Croy der beste Torwart überhaupt. "Und ich fand es immer gut, dass er in Zwickau geblieben ist."
Professor denkt gern zurück
Nicht nur als Sportler hat ihn Klaus Rohrberg kennen gelernt. Er sagt: "Jürgen Croy war einer meiner interessiertesten und trotz seiner Erfolge bescheidensten Studenten. Ich habe im Fach Sportpsychologie unterrichtet und ihm bei seiner Diplomarbeit betreut, die sich mit Aufmerksamkeitsprozessen - speziell im Fußball - beschäftigte und mit dem Prädikat ,sehr gut' verteidigt wurde." Noch heute bewahrt Rohrberg die Postkarten auf, die er von den Olympischen Spielen in Montreal erhielt. Einen Ball mit den Unterschriften der Olympiateilnehmer dagegen hat er dem Sportmuseum Leipzig als Dauerleihgabe überlassen.


