Das Schlosspalais spiegelt sich in der Abendsonne an der Frontfassade des Daetz-Centrums. Am Montag debattiert der Lichtensteiner Stadtrat einmal mehr über die Zukunft der Einrichtung. Das Schlosspalais spiegelt sich in der Abendsonne an der Frontfassade des Daetz-Centrums. Am Montag debattiert der Lichtensteiner Stadtrat einmal mehr über die Zukunft der Einrichtung.

Foto: Andreas Kretschel

Betreibergesellschaft des Daetz-Centrum in Lichtenstein soll aufgelöst werden

Stadtrat will Zuschuss nur bei Auflösung der Daetz-Centrum Lichtenstein GmbH gewähren

Lichtenstein. Die Stadt Lichtenstein drückt bei der Entscheidung, wie es mit dem Daetz-Centrum weitergehen soll, aufs Tempo. Dies ist auch nötig. Denn nachdem der Stadtrat auf seiner Sitzung am 27. Januar der Daetz-Centrum Lichtenstein GmbH (DCL) den jährlichen Zuschuss von 30.000 Euro verweigert hatte, droht der Betreibergesellschaft nun die Zahlungsunfähigkeit. Zwar hat Bürgermeister Wolfgang Sedner (CDU) gegen diese Entscheidung Widerspruch eingelegt, und so eine zweite Abstimmung erzwungen. Doch eine nochmalige Absage will er sich nicht einhandeln.

Suche nach neuen Wegen

Damit Freie Wähler, SPD und Linke am Montag für den Zuschuss stimmen, hat der Bürgermeister mit allen Fraktionschefs eine Lösung erarbeitet. Deshalb wird zur außerordentlichen Stadtratssitzung erneut über den Zuschuss entschieden - allerdings nur, um im Anschluss die DCL aufzulösen. Danach soll der Auftrag erteilt werden, ein neues Betriebskonzept zu erstellen.

Als eine "logische Konsequenz" bezeichnete am Freitag der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Thomas Nordheim, die Auflösung der Betreibergesellschaft. "Das heißt aber nicht, dass das Centrum nicht mehr betrieben werden soll. Es muss nur anders gemacht werden", sagte er. Denn so wie bisher könne es nicht weitergehen.

Laut Matthias Stiegler, der nach dem Ausscheiden von Emanuel Pasler aus dem Stadtrat die SPD-Fraktion führt, ist die Auflösung der Gesellschaft ein gangbarer Weg, um die Kosten in den Griff zu bekommen. "Es muss uns gelingen, den Zuschuss der Stadt auf ein erträgliches Maß zu minimieren", sagte er. Mit der Liquidation bekomme der Stadtrat wieder das Heft des Handelns in die Hand. Bei einer Insolvenz wäre dies nicht mehr möglich.

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Ute Hoch, verwies auf die Verpflichtung gegenüber den Bürgern. "Der Neuanfang muss gelingen", sagte sie. Mit einem neuen Konzept soll das Daetz-Centrum gerettet werden. Doch dafür sei zuvor die Auflösung der Betreibergesellschaft nötig.

Zuschuss ist weiter nötig

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte CDU-Fraktionschef Bert Rabe. Nachdem der Zuschuss gescheitert war, galt es, eine Lösung zu finden, die für die Stadt vertretbar ist. Die Liquidation bezeichnet er als einen "geordneten Rückzug, der mit einer Insolvenz nicht möglich gewesen wäre." Deshalb sei der Zuschuss weiterhin nötig. Ein Ende des Daetz-Centrums schloss er aus, deshalb müsse eine Lösung gefunden werden, die für die Stadt vertretbar ist. Optimistisch, dass dies gelingt, ist der FDP-Stadtrat Fritz Rada. "Die Liquidation ist für einen Neuanfang nötig", sagte er. Ein neuer Betreiber könnte auch für die Stadt günstigere Verträge abschließen. Zwar wäre aus damaligen Gesichtspunkten die Vereinbarung richtig gewesen, doch mittlerweile müsste sie angepasst werden.

Peter Daetz, der Stifter und derzeitige DCL-Geschäftsführer, hält die Liquidation indes für übereilt und will dagegen eintreten. "Bevor ich das Alte auflöse, muss ich wissen, wie das Neue aussieht", sagte er der "Freien Presse". Denn erst müsste eine Alternative gefunden sein, bevor man die DCL auflöst.

Erst im vergangenen Herbst hatte der sächsische Rechnungshof kritisiert, dass das Haus für die Stadt Lichtenstein zu teuer sei. Statt 26.000 Euro wie ausgemacht würden jährlich bis zu 160.000 Euro zugeschossen (mit jpe)

 
erschienen am 03.02.2012 ( Von Thomas Mehlhorn )
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