Turnhalle Noch hat die Klasse 3b der Grundschule Langenberg mit Lehrerin Silvia Hanske-Pultar Unterricht in der alten Turnhalle. Sie ist aber zu klein. Wenn alles nach Plan läuft, wird noch 2012 der Neubau begonnen.

Foto: Andreas Kretschel

Grundschule erhält neue Turnhalle

Bürgermeister wirft dem Gemeinderat mangelnde Konsequenz vor

Callenberg. Baumängel plagen Callenberg stark. Sie sind oft Folge von falschem Sparen, sagt Ortschef Andreas Matthäi (Freie Wähler). Über 2011 und die Querelen mit dem Gemeinderat sprach Jana Peters mit dem 41-Jährigen.

Freie Presse: Im vergangenen Jahr erreichte der Streit zwischen Ihnen und dem Gemeinderat seinen Höhepunkt. Sie sahen sich nur noch als Geschäftsführer. Kreative Initiativen wollten Sie nicht mehr ergreifen. Wie hat sich die Situation entwickelt?

Andreas Matthäi: Der Umgang ist nicht mehr so aggressiv. Aber wir sind weiterhin nicht ergebnisorientiert. Ich kann nicht genau sagen, wohin oder was wir wollen. Wir wissen nur, was wir nicht wollen. Ich sehe mich als Geschäftsführer, der aber von den Gesellschaftern keine klare Arbeitsvorgabe kriegt. Selbst wenn es Vorlagen gibt, die ich mit Alternativen A oder B einbringe, kann es sein, dass sie abgesetzt und in einen Ausschuss verwiesen werden. Dann wird nochmal beredet und nochmal. Ein gutes Beispiel ist der neue Kindergarten in Callenberg. Dort hat Eis im vergangenen Winter ein Fenster zerschlagen. Da war klar, wir müssen eine Dachrinnenheizung installieren. Es gab drei oder vier Gemeinderatsitzungen. Aber der Rat hat sich so ins Detail verrannt, dass keine Einigung gefunden wurde. Wir haben jetzt keine Dachrinnenheizung dort.

Freie Presse: Ist auch etwas gut gelaufen im Jahr 2011?

Andreas Matthäi: Natürlich. Zum Beispiel, dass wir den Kindergarten eingeweiht oder die Brücke an der Goldenen Aue eröffnet haben. Außerdem haben wir Fördermittel erhalten, um alle Ortsteile außer Reichenbach und Obercallenberg auf DSL umzustellen, für 50.000 Euro. Das findet man nicht andernorts. Das ist total positiv.

Freie Presse: Was war noch positiv?

Andreas Matthäi: Gut war, dass der Gemeinderat selbst erkannt hat, dass wir ein freiwilliges Haushaltskonsolidierungskonzept anfangen sollten. Das halte ich für absolut clever. Bei der Umsetzung des Konzeptes fällt man leider in alte Strickmuster zurück, in dem man sagt: "Wir wollten eigentlich sparen, aber doch nicht an dieser Stelle." Und dann treffen wir strategisch wichtige Entscheidungen. Doch wenn die Betroffenen sagen, dass sie es anders wollen, kippen wir unsere eigenen Beschlüsse. Das ist nicht konsequent. Darum haben wir auch so häufig Sitzungen. Wir müssen überlegen, ob wir für 5300 Einwohner drei Jugendclubs, fünf Feuerwehren, fünf Turnhallen, eine kulturelle Begegnungsstätte und fünf Sportplätze brauchen.

Freie Presse: Wie bewerten Sie sonst 2011?

Andreas Matthäi: Es ist zu wenig rausgekommen. Wir haben zu viel beraten und zu wenige Entscheidungen getroffen. Und wir hatten mit zu viel Baupfusch zu kämpfen. Wenn ich überlege, was wir in die bereits sanierten Kindergärten Langenchursdorf und Falken reingesteckt haben... Oder die sanierte Trauerhalle in Langenchursdorf. Dort ist eine ganze Wand nass.

Freie Presse: Ist das anderswo auch so, oder sind Sie vom Pech verfolgt?

Andreas Matthäi: Baumängel gibt es überall. Aber dass sie bei uns vermehrt aufgetreten sind, liegt vielleicht daran, dass man bereits bei der Ausschreibung Fehler gemacht hat. Wir hatten bisher zur Bauüberwachung kein Fachpersonal im Rathaus, und wir hatten das manchmal an die eigenen Architekten übergeben. Da wurde an der falschen Stelle gespart. Zum Beispiel der Kindergartenneubau. Da habe ich eine Person vorgeschlagen, die für 50.000 Euro die Bauüberwachung gemacht hätte. Bei einem Projekt von knapp zwei Millionen Euro ist das absolut vertretbar. Aber das wurde abgelehnt mit der Begründung, dass wir das selber können. Das Ergebnis kennen Sie.

Freie Presse: Wann steht der Haushalt?

Andreas Matthäi: Wenn sich der Gemeinderat sicher ist, was wichtig ist. Es gibt ein vorläufiges Papier. Man kann das positiv betrachten, einige Eckdaten weglassen und sagen, wir haben ganz viel Geld auf der hohen Kante. Man kann es aber auch sehr kritisch sehen und sagen, dass wir im Jahr 2013 nicht mehr finanzkräftig sind.

Freie Presse: Welche ist Ihre Sichtweise?

Andreas Matthäi: Ich sehe es eher negativ. Ich hätte schon lange angefangen, mit anderen über eine Zusammenarbeit zu sprechen. Ich will das Wort Eingemeindung ja gar nicht nennen.

Freie Presse: Gibt es neue Entwicklungen in Sachen Gemeindeehe?

Andreas Matthäi: Ich habe keinen Auftrag, mit Nachbarn darüber zu reden.

Freie Presse: Weshalb Sie auch nicht zu Neujahrsempfängen gegangen sind?

Andreas Matthäi: So ist es. Mir unterstellt man dann, ich würde heimliche Eingemeindungsverhandlungen machen.

Freie Presse: Was steht 2012 an?

Andreas Matthäi: Oberste Priorität hat die Turnhalle in Langenberg. Wir brauchen sie, um die Schule zu halten. Mit dem Neubau soll in diesem Jahr begonnen werden. Er kostet 2,3 Millionen Euro, wahrscheinlich zahlen wir für den ersten Abschnitt 370.000 Euro. Außerdem müssen wir an der Grundschule für 300.000 Euro die Elektroanlagen sanieren. Die Brücke am Mühlengrund soll saniert werden, das neue Gerätehaus in Callenberg wird im Juni fertig, und wir wollen die Winterschäden von 2011 reparieren. Vielleicht sanieren wir noch einige Gebäude und beteiligen uns an den Baumaßnahmen Kreuzung am Rittergut und Brücke Autohaus Esche. Wenn wir das alles schaffen, können wir hellauf zufrieden sein.

 
erschienen am 18.01.2012
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
Wetteraussichten für Hohenstein-Ernstthal
Fr

21 °C
Sa

21 °C
So

23 °C
Mo

23 °C
Di

24 °C

 
Ärztliche Notdienste

Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiter lesen
 
 
Aktuelle Online Beilagen

BEI UNS KÖNNEN SIE NUR GEWINNEN.

Unsere aktuellen Angebote - auf einen Klick...

 
Freie Presse vor Ort

09337 Hohenstein-Ernstthal
Dr.-Wilhelm-Külz-Platz 7
Telefon: 03723 6515-0


Öffnungszeiten:
Mo. bis Do. 9.00 - 17.30 Uhr, Fr. 9.00 - 13.00 Uhr

weiter lesen
 
Freien Presse Immobilien

Immobilienangebote für Hohenstein-Ernstthal

Finden Sie Ihre Wohnung in Hohenstein-Ernstthal

Immobilienportal

► Mietangebote

► Kaufangebote

 

 
Unsere Partner
vms
aok
chursächsische
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 


Der Partner für Ihren Kredit - Maxxkredit