Isolde Roßner zeigt ihre aktuelle Weihnachts- und Neujahrskarte sowie eine Auswahl an Motiven aus den Jahren zuvor.
Foto: Andreas Kretschel
Künstler liefern Sammlern Nachschub
Pünktlich zum Jahresende verschicken Maler und Grafiker kleine Werke an Freunde und Kunstliebhaber
Hohenstein-Ernstthal. Originelle Motive von Hand gefertigt und noch dazu in kleiner Auflage: Pünktlich zum Jahresende verschicken Maler und Grafiker kleine Werke an Freunde und Kunstliebhaber. Was die kreativen Westsachsen sich diesmal ausgedacht haben, verraten sie der "Freien Presse".
Seit rund zehn Jahren erfreut Isolde Roßner Freunde, Bekannte und Kunden mit liebevoll gestalteten Weihnachtsgrüßen. "Es ist immer ein christliches Motiv", erklärt die Hohenstein-Ernstthalerin. So zeigt die Pinselzeichnung Maria und Josef. In der Vergangenheit hat sie bereits Holzschnitte gefertigt, die sich als "kleine Originale" großer Beliebtheit erfreuen. Bereits im November beginnt sie mit ihrem Weihnachtskunstwerk. Denn da sie auf die Rückseite der Karte zudem einen persönlichen Gruß schreibt, muss Isolde Roßner rechtzeitig anfangen. (tmo)
Ein persönlicher Wunsch zum Jahresende ist auch für Aribert Hönemann selbstverständlich. Der Hohenstein-Ernstthaler Künstler, der Vorsitzender des Kunst- und Kulturvereins Gersdorf ist, zeigt gern zwei Sichtweisen auf die Welt. Deshalb ist es kein Zufall, dass er sich in diesem Jahr als Motiv für ein Paar entschieden hat. Umgesetzt hat er sein Kunstwerk als Radierung auf einer Raufolie. "Da ich mit natürlichen Farben arbeite, erziele ich so einen besonderen Effekt", erklärt Hönemann. (tmo)
"Nicht alles, was zählt, kann gezählt werden, und nicht alles, was gezählt werden kann, zählt." Mit diesem Zitat von Albert Einstein schmückt Grafikerin und Malerin Regina Franke aus Zwickau ihre Neujahrskarte. Gestaltet ist sie wie eine Notausgangs-Tür, praktisch umgesetzt von Ehemann Manfred am heimischen PC. Bei rund 160 Adressaten, sagt Franke, sei es kaum mehr zu schaffen, für jeden noch eine Originalgrafik anzufertigen. (tk)
Motiv entsteht im Sommer
Seit 1970 ist es bei Maler und Grafiker Jürgen Szajny (67) aus Werdau Tradition, an Künstlerkollegen, gute Freunde und die Familie gestaltete Originalkarten mit Grüßen von ihm und seiner Frau Ursel zu verschicken. Dieses Jahr sind es 110 Stück, die der Linolschnitt "Kleine Kirche in Les Baux de Provence" ziert. Entstanden ist das Motiv im Sommer dieses Jahres in der "tiefsten französischen Provence", wie Szajny sagt. Es gehört zu einem Zyklus über kleine Gotteshäuser in Frankreich. (rdl)
Ein Stück vergangenes Werdau zeigt die diesjährige Karte von Kunsterziehungslehrer Uwe Feustel (46). Er ist zwar erst seit einem Jahr Mitglied im Werdauer Kunstverein "Pleißenland", verschickt aber seit 24 Jahren ganz persönliche Kartengrüße. 65 Exemplare mit einer Ansicht des Ladens von Willi Flechsig auf der Bahnhofstraße von Werdau gingen in diesen Tagen auf die Reise. "Als ich mit der Kaltnadelradierung fertig war, war das kleine Haus abgerissen." Er signiert seine Karten immer mit einem Bleistift-PF "pour feliciter - fürs Glück." (rdl)
Allmählich gehen ihr die Motive aus - für Stephanie Schnabel aus Oberwiera war es dieses Jahr gar nicht so leicht, eine Inspiration für ihre Weihnachtskarte zu finden. Schließlich entschied sie sich für die Dorfkirche in Runsdorf im Altenburger Land. "Ich male das Motiv ganz klassisch, fotografiere es ab und bearbeite es anschließend am Computer." Damit druckt sie auch ihre 50 Weihnachtsgrüße, die sie vornehmlich an Bekannte und Freunde verschickt. (ael)
Kollege liefert Denkanstoß
Ohne den Künstlerkollegen Peter Geist wäre Tilmann Röhner aus Dennheritz nie auf den Gedanken mit den Neujahrsgrüßen gekommen. "Er hat mir immer seine Karten geschickt und irgendwann gefragt: Mensch, warum machst du bloß keine eigenen?" Seit acht Jahren legt Röhner nun selbst Hand an. Diesmal rufen seine Karten dazu auf, aus Altbekanntem auszubrechen und etwas Neues zu beginnen. Eine Gruppe sitzt im Boot auf offenem Meer. Dahinter versinkt das alte Jahr am Horizont, während ein Vogel übers Wasser schwebt und das Neue ankündigt. "Auf zu neuen Ufern", ruft Röhner mit 75 handkolorierten Glückwunschkarten seinen Freunden und Kollegen zu. (ael)
Im Holzschnittverfahren mit handgesetztem Text in der Farbkombination Weiß auf Lachs wünschen die im Stadtteil Auerbach lebende und arbeitende Grafikerin Annette Fritzsch aus Zwickaunebst Familie Freunden und Geschäftspartnern "schöpferische 366 Tage". Zu sehen ist als Hauptmotiv ein Engel. Die Auerbacherin versendet dieses Jahr 200 Karten - und zwar bis nach Dänemark, Österreich und in die Schweiz. (tk)


