Fehlende Impfungen wurden am Dienstag nachgeholt.Foto: dapd/Archiv
Lehrerin mit Hepatitis infiziert: Amt schließt Grundschule
Kinder und Personal ohne Impfung gegen Hepatitis A bleiben bis Januar zuhause
Eine Lehrerin, die an den Grundschulen Bernsdorf und Gersdorf unterrichtet, ist mit dem Hepatitis-A-Virus infiziert. Weil die Infektionskrankheit ansteckend ist, bleibt die Schule in Bernsdorf ab Mittwoch komplett geschlossen. In Gersdorf wird der Unterricht eingeschränkt weitergeführt. Darüber informierte der Pressereferent der Zwickauer Bildungsagentur, Arndt Schubert. Nachdem die Infektion am Montag diagnostiziert worden war, haben am Dienstag Mitarbeiter des Kreis-Gesundheitsamtes Lehrer sowie Schüler untersucht, die mit der betroffenen Lehrerin in Kontakt gekommen sein könnten. Die unterschiedlichen Konsequenzen begründet Schubert mit dem fehlenden Impfschutz bei Schülern und Personal in Bernsdorf.
Deshalb haben die 77 Kinder ab Mittwoch Zwangsferien, die reguläre Weihnachtspause beginnt am 23. Dezember. Laut Arndt war keiner der fünf Lehrer und zwei Horterzieher gegen Hepatitis A geimpft, auch die Mehrheit der Schüler nicht. Die Impfungen seien am Dienstag zwar nachgeholt worden, doch die Wirkung trete nicht sofort ein. Deshalb habe das Gesundheitsamt für die Lehrer ein Tätigkeitsverbot, für die Kinder ein Schulverbot ausgesprochen. Die Einrichtung bleibt bis 2. Januar, dem letzten Tag der Weihnachtsferien, geschlossen.
In Gersdorf hingegen wird weiter unterrichtet, wenn auch nicht bei vollem Betrieb: Drei der neun Lehrer sowie 62 der 90 Schüler waren geimpft und damit vor einer Infektion geschützt. Sie dürfen weiterhin die Schule besuchen, sagt Schubert. Alle Eltern seien informiert worden. In Ausnahmefällen könnten Bernsdorfer Kinder in St. Egidien unterrichtet werden.
Hepatitis A tritt häufig nach einem Aufenthalt in Risiko-Urlaubsgebieten auf und ist ansteckend. Symptome sind eine akute Entzündung der Leber, Übelkeit und Fieber. In der Regel verläuft die Infektion milde. Die erkrankte Lehrerin wird derzeit im Krankenhaus behandelt. Den Fall nimmt die Bildungsagentur zum Anlass, Lehrer darauf hinzuweisen, "dass sie zu Risikoberufsgruppen gehören und ihren Impfschutz kontrollieren sollten. Anweisen können wir eine Impfung nicht", sagt Schubert. Eltern können sich bei der Bildungsagentur informieren; Telefon: 0375 4444201


