Dachstuhl Die frühere Balkenkonstruktion im Dachgeschoss des Hauses hat nur noch optisch Bedeutung. Vor der Erneuerung des Dachstuhls wurde sie aus- und nach Fertigstellung wieder eingebaut.

Foto: Andres Kretschel

Meisterhaus in Oberlungwitz: Einzug steht bevor

Das Lebenshilfewerk hat rund 1,5 Millionen Euro in das Gebäude an der Hofer Straße investiert

Oberlungwitz. Das Dachgeschoss ist nicht wieder zu erkennen, die Wohnungen sind beinahe fertig. Das Meisterhaus-Projekt des Lebenshilfewerkes, das in dem historischen Gebäude Wohnraum für ältere Menschen mit Behinderung schafft, nähert sich dem Abschluss. "Ende August wollen wir fertig sein", sagt Ute Gläß, Geschäftsführerin des Lebenshilfewerkes. Im September könnten dann die ersten Bewohner einziehen. Acht Wohnungen unterschiedlicher Größen stehen zur Verfügung, hinzu kommen weitere acht Plätze im ambulant betreuten Gruppenwohnen.

Rund 1,5 Millionen Euro flossen in das einstige Meisterhaus. Nachdem die Idee eines Bürger- und Vereinshauses nicht realisierbar war, übernahm das Lebenshilfewerk das Gebäude, um es aufwändig zu sanieren. "Das war eine der interessantesten Aufgaben", sagt Manfred Viertel, der das Projekt als Generalplaner begleitete. Dabei galt es auch, verschiedenste Forderungen und Wünsche des Denkmalschutzes zu beachten. Unter anderem musste die besondere Balkenkonstruktion im Dachgeschoss erhalten werden. Sie wurde zunächst komplett abgebaut und nach der Errichtung des neuen, tragenden Dachstuhls wieder eingebaut. Eine wirkliche Funktion haben die fast 180 Jahre alten Balken nicht mehr. "So etwas habe ich zuvor noch nie erlebt", sagt Viertel.

Einen wirklichen Zweck haben dagegen der Aufzug und eine Rettungstreppe an der Ostseite des Gebäudes, in dem das Erdgeschoss, zwei Etagen und das Dachgeschoss nutzbar sind. Die Fläche beträgt jeweils rund 200 Quadratmeter. Aufgrund mangelnder Tragfähigkeit mussten die Zwischendecken im Gebäude neu eingezogen werden.

Im Treppenhaus auf der Westseite konnten unter anderem Säulen und die Steintreppe weitgehend erhalten werden. Auch ein nicht verputzter Teil der Natursteinmauer im Erdgeschoss vermittelt einen Eindruck von der historischen Bausubstanz. Wo das Alte nicht mehr zu halten war, unter anderem im oberen Teil des Treppenhauses, wurde neu gebaut.

 
erschienen am 08.08.2012 ( Von Markus Pfeifer )
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