Stimmgewaltig trat die Big Band der Musikschule Jelgava auf. Die Musiker kamen aus dem 1500 Kilometer entfernten Lettland nach Hohenstein-Ernstthal.
Foto: Andreas Kretschel
Rund 180 Teilnehmer zeigen bei Swingin Saxonia ihr Können
Eine Band der Region war aber nicht dabei
Hohenstein-Ernstthal. Viele der Musikfreunde, die am Samstag beim Big-Band-Spektakel als Höhepunkt des Festivals Swingin Saxonia im Schützenhaus dabei waren, kamen nicht nur durch die flotten Rhythmen in Bewegung. Die meisten pendelten regelmäßig zwischen dem kleinen und dem großen Saal, da dort parallel die Auftritte von Big Bands und kleineren Jazz- sowie Swingformationen liefen. Insgesamt rund 180 Musiker waren nach Hohenstein-Ernstthal gekommen, teilweise aus 1500 Kilometer Entfernung. Diesen Weg hatte die Big Band der Musikschule Jelgava aus Lettland auf sich genommen.
Auch im musikalischen Wettbewerb zeigten die Teilnehmer ihr Können. In der Wertungsgruppe I (Combos) siegte die Raitis Asmanis Jazz Band aus Lettland. Die Wertungsgruppe II (Big Band - Amateure) wurde von der Unibigband Leipzig gewonnen. Bester in der Wertungsgruppe III (Big Band - Semi Profis) war die Gruppe von der Hochschule für Pädagogik in Riga (Lettland). Einen Förderpreis erhielten die Musiker der Jazzomatics aus Leipzig. Bewertet wurden Kategorien wie Gesamteindruck, Stilgenauigkeit, Kreativität, Gesamtvortrag und Zusammenspiel.
In der Jury saßen drei Experten, darunter auch Konrad Körner, ehemaliger Rektor an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. "Veranstaltungen die einen Wettbewerb und ein Festival vereinen, sind relativ selten. Es ist sehr schön, was der Verein leistet", sagte Körner am Sonntag. Teilnehmer aus der Region gab es bei Swingin Saxonia nicht. Laut Daniel Richter vom Jugendblasorchester Hohenstein-Ernstthal, der am Samstagabend zu den Besuchern gehörte, gibt es in der Region mit Swingin Sax aber eine Formation, die als Big Band aktiv ist. Derzeit befindet sie sich laut Richter ein Stück weit im Neuaufbau. Ein Jugendblasorchester, wie das aus der Karl-May-Stadt, könne dagegen nicht als Big Band auftreten, da die Besetzung ganz anders sei. "Wir haben jedoch Mitglieder, die auch Big Band spielen", erklärte Richter. Seine Vereinskollegin Anja Richter beklagte, dass nicht mehr aktive Musiker unter den Besuchern sind. "Bei einer Veranstaltung auf diesem Niveau und direkt vor der Haustür dürfte es doch keine Frage sein, so etwas live mitzuerleben", sagte die Hohenstein-Ernstthalerin.

