Stadt zahlt 41.000 Euro zu viel
Versehentlich wurden deutlich mehr Schulden abgebaut, als geplant
Hohenstein-Ernstthal. Wegen eines Rechenfehlers in der Kämmerei des Hohenstein-Ernstthaler Rathauses hat die Stadt versehentlich knapp 41.000 Euro zu viel ausgegeben. Das Geld wurde für das Rückzahlen von Schulden genutzt.
Am Dienstagabend informierte Oberbürgermeister Erich Homilius (parteilos) die Stadträte über den Rechenfehler. "Der Stadt ist kein Schaden entstanden", betonte er. Ralf Becker (Die Linke) wollte daraufhin wissen, ob denn nach den Ursachen gesucht werde, damit sich das Problem nicht wiederhole. Homilius: "Es handelt sich dabei ganz einfach um menschliches Versagen."
Im Februar vergangenen Jahres gingen Schulden des Zweckverbandes "Am Sachsenring" an die Stadt Hohenstein-Ernstthal über. Dem Verband gehört ein Teil der Rennstrecke. Die Satzung wurde geändert. Damit übernahm die Stadt Rückstände in Höhe von 753.000 Euro. "Alles, was die Rennstrecke umfasste, blieb beim Verband. Alles, was die Gewerbegebiete betraf, ging an die Stadt", erklärte Kämmerin Ramona Stopp. Hohenstein-Ernstthal zahlt nun die Kredite zurück.
Damit sie schneller sinken, wurde im November des vergangenen Jahres eine außerplanmäßige Tilgung beschlossen. Das heißt: Die Stadt zahlt Geld zurück, obwohl sie das nicht muss. Auf rund 217.000Euro belief sich die Summe. Insbesondere durch Grundstücksverkäufe in den Gewerbegebieten Sachsenring I und Sachsenring II konnte die Stadt zusätzliche Einnahmen verbuchen. Was nicht auffiel: Anfang dieses Jahres steht wieder eine planmäßige Tilgung an. Diese Summe muss die Stadt zahlen.
Erst am 21. Dezember wurde der Fehler in der Kämmerei bemerkt. Das Problem: Das Geldinstitut konnte die Korrektur nicht mehr rechtzeitig vornehmen. Um die 41.000 Euro zu bezahlen, müsse nicht die Rücklage, also der Sparstrumpf der Stadt, genutzt werden, sagte Ramona Stopp. Die Summe könne durch Einsparungen im Verwaltungshaushalt beglichen werden. Über den Verwaltungshaushalt werden zum Beispiel Ausgaben für Kindergartenpersonal und Rathausausstattung abgedeckt. Dank der zusätzlichen Ausgabe sinkt der aktuelle Schuldenstand auf rund 8,22 Millionen Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 519 Euro zum 31. Dezember 2011.


