Freibad: Fraureuth dreht Wasserwerken den Hahn zu
Während der Saison gehen täglich rund 20 Kubikmeter Wasser verloren
Fraureuth. Matthias Topitsch (CDU), Bürgermeister von Fraureuth, ist mit dem Ergebnis der Probebohrungen nach Wasser auf dem Gelände des Freibades zufrieden. "Wir sind jetzt in der Lage, 250.000 Liter Wasser am Tag mit einer Pumpe nach oben zu befördern", sagt das Gemeindeoberhaupt. Die Menge reicht aus, um künftig das Becken in der Freizeiteinrichtung innerhalb von 30 Tagen komplett zu füllen.
Fündig wurde eine Firma, die im Auftrag der Kommune die Bohrungen in 70 Meter Tiefe durchführte. Schon eine Fördermenge von 50.000 Liter pro Tag wäre aus Sicht des Bürgermeisters ein voller Erfolg gewesen. "Wir können uns nun unabhängig von den Wasserwerken machen und die Kosten erheblich reduzieren." Wie hoch die Einsparungen konkret sind, kann Topitsch nicht beziffern. "Da ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich und hängt vom Saisonverlauf ab", sagt das Gemeindeoberhaupt.
Der Grund für die Bohrungen: Das Freibad wird für die Kommune zur immer größeren Kostenfalle. Während der Saison gehen täglich rund 20 Kubikmeter Wasser - das entspricht etwa 150 Badewannenfüllungen - verloren. An heißen Tagen sind es noch mehr. Verursacht wird der Verlust unter anderem durch die Badegäste. Die besonders bei Jugendlichen beliebten Badeshorts, die oftmals bis zu den Knien reichen, saugen Unmengen Wasser auf. "Pro Gast sind das zirka 30 Liter, die täglich verloren gegangen sind", sagt Topitsch.
Bei rund 20.000 Gästen pro Saison kommt eine erheb- liche Menge zusammen. Dabei ließ die Resonanz in diesem Jahr aufgrund der Witterung zu wünschen übrig. Das Becken, das ein Fassungsvermögen von knapp 8500 Kubikmetern hat, wurde bisher aus dem Vorstau gefüllt. Dieser besitzt ein Fassungsvermögen von rund 7500 Kubikmetern. Die fehlenden 1000 Kubikmeter musste die Gemeinde bisher aus dem Netz der Wasserwerke nehmen. Ebenso die Menge, die täglich verloren ging oder zugefügt wurde, um die Qualität konstant zu halten. "Das können wir uns auf Dauer finanziell nicht leisten", sagt Topitsch.
Eine Alternative: die Anschaffung einer Wasseraufbereitungsanlage. Darauf hat die Kommune bisher aus Kostengründen verzichtet. Die Kommune entschied sich für die billigere Variante und suchte nach einer Quelle auf dem eigenen Badgelände. Der Gemeinderat stimmte den Kosten von 2000 Euro zu.
"Dass wir bei den Bohrungen auf eine Goldader stoßen, das haben wir nicht vermutet. Genauso gut hätte die Suche auch erfolglos verlaufen können", sagt Topitsch. Inzwischen wurde die Pumpe installiert. Die dafür fälligen Kosten wurden aus den Rücklagen genommen. "Jetzt sind wir für die kommende Saison gerüstet. Damit ist auch die Zukunft des Bades gesichert", sagt Topitsch.


