Monika Andree besucht regelmäßig das Grab ihres verstorbenen Mannes auf dem Friedhof in Blankenhain.
Foto: Thomas Michel
Toter findet keinen Frieden
Witwe streitet mit Friedhofsverwaltung um Kosten - Jetzt wurde sogar die Umbettung der Urne angedroht
Blankenhain. Monika Andree besucht heute mit mulmigem Gefühl das Grab ihres verstorbenen Mannes, der fast genau vor einem Jahr - am 20. August 2010 - in einer Gemeinschaftsurnenanlage auf dem Gottesacker in Blankenhain beigesetzt worden ist. Die 71-Jährige befürchtet, dass die Kirche ihre angekündigte Drohung wahrmacht. "Die Friedhofsverwaltung will meinen verstorbenen Mann umbetten. Das Vorgehen der Kirche ist pietätlos", sagt die Rentnerin. Auslöser ist ein Rechtsstreit, den sich Monika Andree seit der Bestattung mit der Kirchgemeinde, Eigentümerin des Friedhofes, liefert. Streitpunkt sind die Kosten für die Grabstätte. Die letzte Frist zur Begleichung einer Zahlungsaufforderung ließ die Seniorin am Freitag ungeachtet verstreichen.
Rückblick: Am 23. Juli 2010 ist Olaf Andree nach einer schweren Krankheit in der Universitätsklinik Jena verstorben. Ein langes Glück war der Familie nicht vergönnt. Erst 1994 lernte sich das Paar kennen, zehn Jahre später schloss es den Bund fürs Leben. "Ich wollte eigentlich nicht nochmal heiraten. Doch es war der große Wunsch meines Partners", sagt die heute 71-Jährige. Zwei Jahre, nachdem sie sich das Ja-Wort gaben, wurde Olaf Andree krank. Was folgte, waren vier Jahre unzählige Arztbesuche, bis dem 54-Jährigen kein Mediziner mehr helfen konnte und er für immer die Augen schloss. "Ich wollte, dass er bei mir in Blankenhain beigesetzt wird", sagt Monika Andree. Die Witwe entschied sich für ein Gemeinschaftsurnengrab. Die Kosten, die ihr die Friedhofverwaltung der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde in Rechnung stellte, betrugen 2012 Euro. Ein Betrag, den Monika Andree zu jenem Zeitpunkt anstandslos akzeptierte.


