Ein Bild aus besseren Tagen: Peter Seebach mit Tochter Leoni-Christin. Heute kann er sie aufgrund seiner Verletzungen nicht mehr hochheben.
Foto: privat
Unfallopfer fühlt sich im Stich gelassen
Vor einem Jahr wurde ein Feuerwehrmann im Einsatz schwer verletzt - Heute plagen ihn Geldsorgen
Werdau. Werdau. Diesen eiskalten Dezembertag 2010 wird Peter Seebach ein Leben lang nicht vergessen. Der junge Feuerwehrmann war mit seinen Kameraden zum Einsatz in das Wohnhaus Markt 22 gerufen worden. Plötzlich brach bei den Löscharbeiten der Fußboden ein. Peter Seebach stürzte in die Tiefe.
Für den heute 27-Jährigen begann eine Odyssee von einem Doktor zum anderen. "Ständig wechselnde Ärzte, ständig wechselnde Meinungen. Ich wusste nicht mehr, wem ich glauben sollte", erinnert sich der Familienvater an die Monate nach dem Unfall. Die Mediziner diagnostizierten unter anderem Verletzungen des Rückenwirbelkörpers, Schädigungen des Nervensystems der Wirbelsäule und Einblutungen ins Rückenmark. Das führte für den jungen Mann zu einer 60-prozentigen Schwerbehinderung.
"Mein Sohn kann noch heute nur mithilfe von Krücken laufen", sagt Vater Peter Seebach. Hinzu kamen bald riesige finanzielle Sorgen, denn der staatlich geprüfte Sozialassistent, der vor dem Unfall als Selbstständiger gearbeitet hat, konnte seinen Beruf nicht mehr ausüben.
Im März stellte die Unfallkasse Sachsen sämtliche Zahlungen an Peter Seebach ein. Die Begründung: Ein neues Gutachten zeige, dass die Behinderungen des Werdauers nicht auf den Unfall, sondern auf eine Vorerkrankung zurückzuführen seien. Damit sei die Arbeitsunfähigkeit, die ihm fünf Ärzte zuvor attestiert hatten, fragwürdig. "Die Begutachtung dieses Falles läuft noch. Es ist ungewiss, wie lange sie dauern wird", sagte der Pressesprecher der Unfallkasse Sachsen, Karsten Janz, auf Anfrage der "Freien Presse".
Am 2. Dezember vorigen Jahres brannte das Wohnhaus am Markt 22 in Werdau. Peter Seebach verunglückte bei dem Einsatz schwer.
Foto: T. Michel/Archiv
Peter Seebach, der sich seit einigen Monaten auch in psychologischer Behandlung befindet, will das nicht hinnehmen, ebenso wenig wie seine Familie. "Wir möchten, dass unser Sohn das Verletztengeld gezahlt bekommt, das ihm bis zu 78Wochen nach einem Unfall zusteht. Wenn es nicht anders geht, ziehen wir auch vor Gericht", sagt der Vater, der seinen Sohn finanziell unterstützt, da der 27-Jährige mit dem Krankentagegeld seiner Krankenkasse nicht über die Runden komme. Lebensgefährtin Christin Bochmann und Töchterchen Leonie geben dem Familienvater ebenfalls Kraft. Und seine Feuerwehr-Kameraden. "Sie sind für meinen Sohn da, helfen ihm zum Beispiel auch auf seinem kleinen Grundstück", sagt Vater Peter Seebach.
Dem Werdauer Feuerwehrchef Jürgen Daßler geht die Sache nahe: "Die Geschichte von Peter beschäftigt uns alle sehr. Es ist traurig, dass man in so einem Ehrenamt von den Versicherungen im Stich gelassen wird. Es ist verständlich, dass wir nicht genug Feuerwehrnachwuchs bekommen, wenn man keine 100-prozentige Absicherung für den Notfall hat." Dem CDU-Landtagsabgeordneten und Feuerwehrmann Jan Löffler ist das Schicksal des Werdauers bekannt. Zur 150-Jahr-Feier der Werdauer Feuerwehr im Juli gehörte der sächsische Innenminister Markus Ulbig zu den Gästen. Jan Löffler hatte zwischen ihm und Peter Seebach ein Treffen arrangiert. "Das wäre gut gewesen, um dem Minister die Sache aus seiner Sicht zu schildern", sagt Löffler. Leider kam es nicht zu dieser Aussprache, da Peter Seebach seelisch nicht in der Lage war, den Termin wahrzunehmen.



19:11 Uhr
Katpi: das kenne ich auch...hatte 2007 auf dem Weg zur Arbeit einen schweren Autounfall den mein Fahrer verschuldet hatte...bin aus dem Auto geschleudert wurden und hatte viele Verletzungen. Kämpfe heute noch um mein Recht bei der BG weil sie nichts anerkennen wollen obwohl die vielen Ärzte und Therapeuten bei den ich bis jetzt schon gewesen bin der Meinung sind das die körperlichen Schäden von dem Unfall sind. Ich hatte auch schon viele Gutachten die durch die BG veranlasst wurden hinter mir die jedesmal mir bescheinigt haben das meine Schäden angeblich nicht von dem Unfall sind, nur merkwürdig das ich vor dem Unfall kern gesund war. Man fühlt sich alleine gelassen und auch finanziell sieht es bei mir sehr schlecht aus, aber ich gebe nicht auf und Kämpfe weiter für mein Recht und das sollten alle tun die so behandelt und in Stich gelassen werden.
Ich drücke Herrn Seebach die Daumen und er soll nicht aufgeben.
16:45 Uhr
Loreley: Wie sich doch die Ereignisse gleichen. Vor fast 4 Jahren hatte ich einen Arbeitsunfall. Auch bei mir hat die BG die Zahlung wegen angeblicher Vorschäden nach 6 Wochen eingestellt. Viele Ärzte hatten mir bestätigt, das mein körperlicher Schaden auf keinen Fall mit Vorerkrankungen zusammen hängen kann. Das Vorgehen der BG hat Methode, da sie nur selten gerichtlich belangt werden. Ich kämpfe nun fast 4 Jahre um mein Recht und ich möchte Herrn Seebach ermutigen sein Recht einzufordern und sein Fall vor Gericht klären zu lassen.