Klara Reimann (rechts) musste sich beim Wäschewaschen in Blankenhain selbst mit der Hilfe von Angelika Sturm sehr anstrengen.
Foto: Thomas Michel
Unwetter hinterlässt seine Spuren
Regenguss tut Aktionstag keinen Abbruch
Blankenhain/Langenhessen/Königswalde. Der für Sonntagnachmittag geplante Pleißelauf in Langenhessen ist im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Schuld daran waren nicht etwa nur die erneuten Regenfälle, die pünktlich zum geplanten Start des Spaziergangs durch die Pleiße niederprasselten, sondern der Zustand des schlammbraunen Gewässers. Dessen Höhe hatte sich nach dem Regen der letzten Tage bei 40 Zentimeter eingepegelt und war damit doppelt so hoch wie normal. "Das Pleißelaufen findet dann eben nächstes Jahr wieder statt", sagte Dorfclub-Chef René Riemer pragmatisch.
Der Aktionstag im Deutschen Landwirtschaftsmuseum in Blankenhain ging dagegen ohne Probleme über die Bühne. Wenngleich zur Eröffnung um 14 Uhr der genau da einsetzende heftige Regenguss die ersten Besucher wohl davon abhielt, nach Blankenhain zu fahren. Klara Reimann aus Wintersdorf bei Meuselwitz hatte dafür auf dem Bauernhof freie Bahn und konnte sich als eine der ersten in der Waschküche vertun. Beim Aktionstag, der sich rund ums Wäschewaschen wie zu Omas Zeiten drehte, standen den Gästen ein Holztrog mit zwei Waschbrettern, Kernseife und Bürsten zur Verfügung. Die vierjährige Klara hatte ganz schön Mühe, die Hemden und Geschirrtücher, die vorher im Kessel gekocht worden waren, sauber zu bekommen und nach dem Spülen mit einer historischen Wringe auszuwringen.
Im Werdau musste indes die Feuerwehr ausrücken und einen auf die Turnhallenstraße gestürzten Baum entfernen. Durch den Regen war kurz nach 14 Uhr ein großer Baum vom Hang auf die Straße gerutscht und hing mit der Baumkrone über dem Geländer in die Pleiße. Mit Kettensägen machten die 17 Helfer in der Not aus dem Baum Kleinholz.
Überhaupt hatten die Mitglieder der Wehren kein ruhiges Wochenende. So musste die Werdauer Wehr am Samstag zu neun und am Sonntag zu fünf Einsätzen ausrücken. "Neben den Auswirkungen des Regengusses am Sonntag handelte es sich hauptsächlich um Nacharbeiten nach dem Starkregen am Freitag", sagte Gemeindewehrleiter Henning Tröger. Schwerpunkt bildete wieder Königswalde. In der Ortschaft wird auch zu Beginn der neuen Woche die Hartmannsdorfer Straße gesperrt bleiben. Der Regen hatte Teile der Asphaltdecke herausgespült.
Den vierten Tag in Folge waren am Sonntag Angehörige der Crimmitschauer Wehr im Bereich Bachbrücke/Alter Gasthof in Lauenhain unterwegs. Die Wassermassen, die sich durch Lauenhain schlängelten, betrugen an der tiefsten Stelle zeitweise mehr als 70 Zentimeter.

