Verteidiger muss für Schlag hohe Strafe zahlen
Attacke gegen Zuschauer bringt Florian Müller auf die Anklagebank
Crimmitschau. Florian Müller, Verteidiger beim Eishockey-Zweitbundesligisten Eispiraten Crimmitschau, muss eine hohe Geldstrafe berappen. Das Amtsgericht in Erding hat den 22-jährigen Mann wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Der Abwehrspieler muss nun 3000 Euro (150 Tagessätze zu 20 Euro) an die Staatskasse zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig, teilt Amtsgerichts-Direktor Peter Boie mit. Der Vorfall, wegen dem Müller in der vergangenen Woche auf der Anklagebank gelandet ist, hat sich am 21. Januar beim Eishockeyspiel zwischen Erding und Passau ereignet. Müller war für Passau im Einsatz und musste auf der Wechselbank mit ansehen, wie sein Team in der Schlussphase einen Vorsprung verspielte. Danach kochten in der Eishalle die Emotionen hoch. Die Fans schütteten Bier auf die Bank. Ein Feuerzeug traf Müller am Kopf. "Es herrschte eine aggressive Stimmung. Ich habe dann den riesengroßen Fehler gemacht, dass ich mit meinem Schläger nach oben geschlagen habe", sagt Müller. Er traf einen Jugendlichen im Gesicht. Das Opfer erlitt eine Platzwunde.
Der Grund für die harte Strafe: Die Juristen ordnen den Eishockey-Schläger als gefährliches Werkzeug ein. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Die Verteidigung plädierte auf eine Geldstrafe. "Die Sache tut mir unheimlich leid. Ich kann versprechen: Das passiert mir nie wieder", sagt Florian Müller, der im Sommer von Passau nach Crimmitschau gewechselt ist.
Auf sein Engagement bei den Westsachsen hat die Verurteilung keine Auswirkungen. Die Verantwortlichen sprechen dem Abwehrmann das Vertrauen aus. "Der Richter hat von einer Affekthandlung gesprochen. Wir haben Florian Müller bisher als absolut fairen Sportsmann, dem so etwas bestimmt nicht noch einmal passieren wird, kennengelernt", sagt Eispiraten-Geschäftsführer René Rudorisch.

