Die ersten beiden Turmsegmente wurden mithilfe eines Riesenkrans bereits aufgestellt.
Foto: Andreas Kretschel
Windrad in Gersdorf wächst in die Höhe
Mit 170 Metern Höhe gehört die neue Windkraftanlage zu den größten in Sachsen
Gersdorf. Zu beneiden sind die Arbeiter nicht, die eine Windkraftanlage zwischen Gersdorf und Bernsdorf aufbauen. Denn bei zum Teil zweistelligen Minusgraden kommen nicht nur die Menschen, sondern auch manche technischen Geräte an ihre Grenzen. "Normalerweise ist Wind ein größeres Problem als die Kälte. Aber der Aufbau des Kranes hat sich durch die niedrigen Temperaturen verzögert", sagt Bauleiter Dirk Otto.
Mittlerweile steht der knapp 150 Meter hohe Gittermast-Raupenkran und hat die ersten beiden Turmsegmente gesetzt. Das untere ist 17 Meter hoch, das zweite 23 Meter. Beide wiegen je rund 70 Tonnen, nach oben wird ihr Durchmesser geringer. An seine Leistungsgrenze kommt der Gittermastkran damit noch nicht, denn er kann Gewichte bis zu 600 Tonnen heben, sagt Otto.
Um den stählernen Kraftprotz an seinen Einsatzort zu bringen, waren 35 Laster nötig. Denn die Mastteile und mehrere Hundert Tonnen an Gewichten sind nicht so einfach zu transportieren. Dabei seien allerdings eher die Lasten als die Größe das Problem.
Nächste Woc'he soll der Aufbau des Windrades fortgesetzt werden. In rund 125 Metern Höhe wird das Maschinenhaus montiert. Die Rotorblätter, die jeweils 44 Meter lang sind, schweben anschließend in luftige Höhen. Dabei darfes nicht zu windig sein. Zehn Meter Windgeschwindigkeit pro Sekunde sind die Obergrenze. Ansonsten heißt es: abwarten. "Das war vor allem im Dezember oft der Fall", sagt Otto. Auch in Gersdorf sollte der Aufbau eigentlich schon im vergangenen Jahr geschafft sein, doch dann sorgte das Wetter für Verzögerungen.
Nicht nur was die Gesamthöhe der Windkraftanlage betrifft, die bei 170 Metern liegen wird, ist die neue Anlage größer als die bisherigen neun Windräder an diesem Standort. Sie hat eine Leistung von 2000 Kilowatt was mehr als dreimal so viel ist wie die der bestehenden Anlagen. Dass damit bis zu 1500 Meter Haushalte mit umweltfreundlicher Energie versorgt werden können, verhindert nicht, dass Umweltschützer Bedenken gegenüber den Anlagen äußern. "Sie wirken sich auf die Tierwelt aus", gibt Manfred Sonntag aus Oberlungwitz zu bedenken und berichtet, dass Vögel und Fledermäuse durch die Windräder bedroht seien. Deshalb, so die Forderung, sind Ausgleichsmaßnahmen nötig.


