Proteste gegen Rechts in der Region
In Chemnitz hatten die demokratischen Fraktionen des Stadtrates und die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) am Freitag zum friedlichen Protest gegen ein geplantes NPD-Schulungszentrum im Stadtteil Markersdorf aufgerufen. "Es ist uns wichtig, öffentlich zu zeigen, dass die von der NPD und anderen Neonazis propagierten rassistischen, antisemitischen, völkischen und demokratiefeindlichen Ideologien nicht toleriert werden dürfen", heißt es in dem Aufruf. Die Aktion solle Zeichen setzen gegen Angst und Gleichgültigkeit, für eine offene Gesellschaft, die frei von Hass und Gewalt ist und in der kein Mensch Furcht haben muss, aufgrund von Hautfarbe, Herkunft oder Religion ausgegrenzt oder bedroht zu werden. Politik, Staat und Zivilgesellschaft müssten gemeinsam gegen den Rechtsextremismus kämpfen.
In Zwickau hat der Kreisverband von Bündnis 90/die Grünen für Montag, 17 Uhr, die Bürger der Region zu einer Mahnwache vor dem Rathaus der Stadt aufgerufen. Damit solle der Opfer des rechten Terrors in Deutschland gedacht werden. Die Aktion solle das Mitgefühl der Zwickauer für die Opfer und deren Familien ausdrücken und ein Zeichen für Toleranz und Achtung der Menschenwürde setzen.
Zu einer Demonstration gegen den Terror von Rechts haben die Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) und der DGB für kommenden Freitag, 18 Uhr, aufgerufen. Mit der Aktion solle gezeigt werden, dass es in Zwickau genug Menschen gibt, die sich nicht in die rechte Ecke drängen lassen. Als Redner sei Bundespräsident Christian Wulff angefragt - ob er kommen kann, ist aber noch unklar. Aus der Stadt solle ein "klarer Appell für Demokratie und Toleranz" gesendet werden, heißt es in einer Erklärung. Weil drei Mitglieder einer rechten Terrorgruppe jahrelang im Stadtteil Weißenborn untergetaucht waren, ist nun von der "Zwickauer Zelle" die Rede. Die Stadt sieht ihren Ruf durch die Rechten beschädigt. (fp)