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Greenpeace-Chef warnt vor Klimawandel

Naidoo ruft zum gemeinsamen Kampf auf

München (dapd). Greenpeace-Chef Kumi Naidoo hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz eindringlich vor einem "dramatischen Klimawandel" gewarnt und zu gemeinsamen Gegenmaßnahmen aufgerufen. "Wir müssen gemeinsam arbeiten an der Zukunft all unserer Kinder und Enkelkinder", sagte Naidoo am Freitagabend in München. EU-Energiekommissar Günther Oettinger wies angesichts des weltweit steigenden Energiebedarfs auf die Gefahr zunehmender Kämpfe um die natürlichen Ressourcen hin.

Naidoo kritisierte, zu wenige Politiker seien bislang zu den erforderlichen Gegenmaßnahmen bereit. Sie "schlafwandelten" in eine politische Krise hinein. Dies sei "erschütternd". Notwendig sei unter anderem ein Ausstieg aus den "schmutzigen Energien". Damit könnten zugleich Arbeitsplätze bei den erneuerbaren Energien geschaffen werden. Allerdings laufe die Zeit davon. "Wir müssen jetzt einen schmerzhaften Weg gehen." Es müsse für dieses Anliegen auch eine öffentliche Bewegung geben.

EU-Energiekommissar Oettinger warnte vor einem zunehmenden weltweiten Wettbewerb um Ressourcen. "Der weltweite Energiebedarf wird sich weiter erhöhen", sagte er. Dies könne zu "Verteilungskämpfen" führen. Die höheren Energiepreise könnten zudem zusammen mit Wasser- und Rohstoffknappheit zu politischen Unruhen führen und ganze Regionen destabilisieren. Auf der anderen Seite könne gerade dieser Hunger nach Energie die Zusammenarbeit der Staaten fördern.

Eine gegenseitige Abhängigkeit könne zur Stabilisierung der geopolitische Lage beitragen, sagte Oettinger. Daher unterstütze die EU nicht nur die Entwicklung erneuerbarer Energien, sondern auch den Bau neuer länderüberspannender Energienetze. Als gutes Beispiel nannte Oettinger den Plan zur Gewinnung von Solarenergie in Nordafrika, die zur Versorgung europäischer Länder dienen soll.

Angesichts eines steigenden Energiebedarfs warb Aserbaidschans Staatspräsident Ilham Alijew für seine Öl- und Gasreserven. "Der europäische Markt braucht alternative Energielieferanten. Aserbaidschan ist eine neue Bezugsquelle, eine vertrauenswürdige und zuverlässige", sagte er. Der ukrainische Staatspräsident Viktor Janukowitsch betonte trotz des aktuellen Gasstreits mit Russland, sein Land sei ein zuverlässiger Partner beim Transit russischen Gases durch sein Land.

dapd

 
erschienen am 03.02.2012
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