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Im Jemen entführte UN-Mitarbeiter offenbar frei

Minister will Freilassung erwirkt haben - Auswärtiges Amt kann Berichte nicht bestätigen

Sanaa (dapd). Ein Deutscher und fünf weitere im Jemen entführte Mitarbeiter der Vereinten Nationen sind nach Angaben eines jemenitischen Ministers wieder auf freiem Fuß. Er habe die Freilassung der sechs Geiseln erwirkt und bringe sie in die jemenitische Hauptstadt Sanaa, wo sie zum Büro der Vereinten Nationen gebracht würden, sagte Elektrizitätsminister Saleh Someh am Mittwoch. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte die Freilassung der Entführungsopfer nicht.

Die UN-Mitarbeiter waren am Dienstag von bewaffneten Stammeskriegern in der Provinz Al-Mahwit verschleppt worden, die sie als Faustpfand für die Freilassung inhaftierter Stammesmitglieder benutzen wollten.

Eine Gruppe einflussreicher Bewohner unter Führung Somehs setzte sich für die Freilassung der sechs UN-Mitarbeiter - neben dem Deutschen eine irakische und palästinensische Frau, ein Kolumbianer und zwei Jemeniten - ein. Someh sagte, für die Freilassung der Geiseln sei kein Lösegeld gezahlt worden. Zudem habe die jemenitische Regierung keine Zusagen über die Entlassung von Häftlingen gemacht.

Ein UN-Mitarbeiter in Sanaa sagte, er warte noch auf eine Bestätigung der Berichte. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin sagte, man könne nicht bestätigen, "dass jemand frei gekommen ist".

Unterdessen ist auch zweieinhalb Jahre nach der Entführung einer fünfköpfigen deutschen Familie im Jemen das Schicksal von drei der Geiseln weiter unklar. Das Auswärtige Amt bemühe sich um Aufklärung, kämpfe aber mit der "extrem gespannten Sicherheitslage" vor Ort, teilte eine Sprecherin auf dapd-Anfrage mit. Bereits vorigen Juli habe der Krisenbeauftragte des Außenamts die jemenitischen Behörden in Gesprächen auf die Dringlichkeit des Falls hingewiesen.

Der von inneren Unruhen zerrüttete Jemen hat sich in der Vergangenheit wiederholt als gefährliches Pflaster für Ausländer erwiesen. Immer wieder kommt es dort zu Entführungen, um Zugeständnisse von der Regierung zu erpressen. Allein seit Ende 2005 wurden mindestens 15 deutsche Staatsbürger im Jemen verschleppt. Die meisten Geiselnahmen endeten jedoch unblutig.

dapd

 
erschienen am 01.02.2012
© Copyright dapd Nachrichtenagentur GmbH
 
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