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Jahn sieht Gründe für Rechtsextremismus im Osten auch in der DDR
Frankfurt/Main (dapd). Der Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde, Roland Jahn, betrachtet die Zeit vor 1989 als eine der Ursachen für das Erstarken des Rechtsextremismus in Ostdeutschland. "Die Stasi-Akten belegen, dass es in der DDR Rechtsextremismus gab - in der Öffentlichkeit und im Verborgenen", sagte Jahn der "Frankfurter Rundschau". Die Staatssicherheit habe die Zahl rechtsradikaler Skinheads in der DDR auf etwa 1.000 geschätzt. Ob dies den Tatsachen entspreche, sei offen.
Als weitere Ursache nannte Jahn die Zeit des Umbruchs in der DDR. Schon bald nach der Wende hätten ihm junge Neonazis gesagt: "Wir sind nicht angepasst wie unsere Eltern in der DDR. Wir stehen zu unserer Meinung. Darauf sind wir stolz." Auch gebe es Übereinstimmungen zwischen den Denkmustern der Propaganda der DDR und jener der Neonazis wie etwa den Militarismus und das Unterdrücken anderer Meinungen.
Jahn sagte, die Stasi habe die Ursachen des Rechtsradikalismus in der DDR nicht richtig erforscht. "Sie wollte den Beweis führen, dass diese rechtsextremistischen Positionen vom westlichen Klassenfeind gekommen sind", sagte er. "Es sollte nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf. Denn die DDR war gegründet auf dem antifaschistischen Mythos."
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